Messebericht: Buch Berlin 2017

DSC_0098
Das Foyer des „Estrel“

In den Räumen des gigantischen Estrel-Komplexes präsentierten am 25. und 26. 11. vor allem kleine Verlage und Selfpublisher ein buntes Programm. Es lagen besonders viele Bücher aus den Bereichen Phantastik und Erotik aus, aber Vielfalt an Genres, Themen und Medien war definitiv gegeben.

DSC_0108
Amalia Zeichnerin präsentiert „Berlingtons Geisterjäger“
DSC_0101
Am Stand der „Märchenspinnerei“
DSC_0106
Laurence Horn mit der Einhorn-Anthologie „U-Files“
DSC_0110
Mary Cronos mit „Nafishur“
DSC_0109
Chii Rempel mit „Sleepless“
DSC_0115
Verlegerin Grit Richter hält „Wien – Stadt der Vampire“ hoch und zeigt auf ihren „lömmeligen“ Tablet-Halter.

Eine Besonderheit der Buch Berlin ist, dass sie trotz ihrer Größe noch immer kleiner und familiärer ist als die großen Messen in Frankfurt und Leipzig. So hatte ich viel Gelegenheit, mit Autoren und Verlegern zu sprechen. Unter anderem habe ich mich mit Fabian Dombrowski und Grit Richter über das Anthologie-Projekt „Steampunk Akte Asien“ des „Art Skript Phantastik“-Verlags unterhalten (und bei dieser Gelegenheit das Wort „lömmeln“ kennengelernt). Mit Mary Cronos habe ich über das ungewöhnliche Konzept ihrer „Nafishur“-Serie und ihre Arbeit als Grafik-Designerin gesprochen und am Stand der „Märchenspinnerei“ konnte ich mir deren neueste Märchenanthologie und Janna Ruths Cosplay als eine Figur aus ihrem Roman „Im Bann der zertanzten Schuhe“ ansehen.

DSC_0120
Christian von Aster auf dem Leseschiff

Am 26. habe ich einer Lesung von Christian von Aster gelauscht, der Auszüge aus dem kunstvoll illustrierten Gedichtband „Das Koboltikum“ und der schrägen Weihnachtsanthologie „Ruprechts großer Rutentest“ vorlas bzw. aus dem Gedächtnis zitierte. Natürlich habe ich die Chance genutzt, mir seinen Roman „Der letzte Schattenschnitzer“ signieren zu lassen.

DSC_0123
Mein neuerdings signiertes Exemplar von „Der letzte Schattenschnitzer“

Leider waren die Lesungen teilweise nicht so gut organisiert. Insbesondere das „Leseschiff“, das an sich ein schönes Ambiente bot, stellte Interessierte bei der Suche nach dem Eingang vor eine echte Herausforderung. Unter anderem deswegen las Christian von Aster (und nicht nur er) vor einem weitaus kleineren Publikum, als sein selbstbewusster, humorvoller Auftritt verdiente. Auch beim Catering entsprach die Qualität nicht dem Preis (dafür konnten Gäste und Aussteller Essen und Getränke von außerhalb mitbringen).

Da ich auch als Autorin da war, habe ich viel Zeit am Stand meines Verlags „Edition Roter Drache“ verbracht. Aber ich konnte auch viel in den Angeboten anderer Verlage und Autoren stöbern, die sich große Mühe gegeben haben, ihre Stände individuell zu gestalten. Gerade die Menge an Goodies, die auf diversen Ständen ausgebreitet waren, hat mich überrascht. Es gab Kugelschreiber, Blöcke, Leseproben und Süßes zum Mitnehmen, aber auch Merchandise wie Lesezeichen, Schlüsselanhänger und sogar Duftkerzen.

DSC_0099
Ein ganz besonderer Kuchen am Stand des „Eisermann“-Verlags

Der junge „Lysandra“-Verlag hatte seinen Stand mit viel liebevoller Steampunk-Deko verziert. Hier konnte ich unter anderem eine Schreibmaschine ausprobieren, bei der sich jeder Tastendruck auf einen Bildschirm übertrug.

Neben dem Buchverkauf stand vor allem die Vernetzung untereinander im Vordergrund, teils locker und informell, teils systematischer in Form von Beratungsangeboten für Autoren und andere kreative Freiberufler. Auch Druckereien, Lektoren und Hörbuchproduzenten waren präsent.

Mein Fazit: Trotz kleiner Makel bei der Lesungsorganisation hat sich der Besuch der Buch Berlin für mich absolut gelohnt. So entspannt und gemütlich, wie es eine gut besuchte Buchmesse nur sein kann, hat sie mir eine schöne Gelegenheit geboten, im Angebot kleinerer, unbekannterer Verlage und Autoren zu stöbern und spannende Bekanntschaften zu knüpfen oder zu vertiefen. Dabei habe ich mich immer wieder über die gegenseitige Achtung, Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft gefreut, die spürbar wurden, wenn die verschiedenen Autoren und Verleger mit- und übereinander sprachen.

Advertisements

3 Kommentare zu „Messebericht: Buch Berlin 2017“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s