„Autorin und…“ #3: Interview mit Ann-Kathrin Karschnick

Ann-Kathrin KarschnickIn meiner neuen „Autor(in) und …“- Beitragsserie könnt ihr in Interviews und Gastbeiträgen Autoren kennenlernen, die neben ihrem Schreiben noch in einer anderen Kunstform unterwegs sind bzw. in diesem Fall einer kreativen Arbeit nachgehen. Ann-Kathrin Karschnick ist nicht nur Autorin, sondern auch Übersetzerin. Sie erzählt hier von ihren vielfältigen Schreibprojekten, ihrem berühmten grünen Kleid, ihren Erfahrungen mit kooperativem Schreiben und den Herausforderungen des Übersetzens.

Cygnus: Hallo Ann-Kathrin, als Autorin warst du bisher im Tesla- und Steampunk ebenso unterwegs wie in der High Fantasy und hast auch Kurzgeschichten geschrieben. Was macht am Schreiben den einzelnen Genres ganz besonders Spaß? Welche besonderen Herausforderungen bringen sie mit sich?

PhoenixAnn-Kathrin Karschnick: Besonders im Steampunk und im Teslapunk gab es natürlich einiges zu recherchieren, da dort bestimmte Voraussetzungen existieren. Aber genau das macht für mich den Reiz aus. Etwas Altes in einem neuen Gewand darstellen und es zu einer spannenden Geschichte zu verarbeiten.

In der High Fantasy mag ich einfach das Erschaffen eigener, in sich stimmiger Welten. Viele glauben immer: Fantasy ist ja voll leicht. Das kann ja jeder schreiben. Klar, aber das heißt nicht, dass es gut ist. Die Welt in sich muss logisch sein, sonst nehmen es einem die Leser übel. 😉

Und der Spaß kommt beim Schreiben und bei der Ideenfindung, wenn die Charaktere etwas machen, was nicht so alltäglich ist. 🙂

Cygnus: Ja, ich habe selbst beim Schreiben die Erfahrung gemacht, dass die innere Logik von Fantasy-Welten entscheidend ist. Tatsächlich glaube ich, dass Leser sogar besonders viel Wert auf Glaubwürdigkeit legen, wenn sie einem bereits so weit entgegengekommen sind, die völlig verrückte Grundlage der Fantasy-Welt zu akzeptieren. Gibt es ein (Sub)-Genre, in dem du dich bisher noch nicht ausprobiert hast, das dich aber reizen würde?

RackAnn-Kathrin Karschnick: Nicht direkt. Ich habe mich schon in so ziemlich allem versucht in der Phantastik. Bei einigen Projekten hat es geklappt. Bei anderen weniger. Das sind dann die Projekte, die in der Schublade gelandet sind. 😉

Das phantastische Jugendbuch reizt mich gerade im Moment wieder. Da ist es besonders schwer, das Zielpublikum einzuschätzen. Die einen 14-jährigen fordern blutige Schlachten, die nächsten 15-jährigen fordern eine Liebesgeschichte. In dem Alter etwas zu schreiben, erfordert einen guten Lektor. 😉

Cygnus: Stimmt, das klingt nach einer echten Herausforderung. Dein letztes großes Projekt „Trümmerwelten – Das Geheimnis der Alice Sparrow“ ist in Zusammenarbeit mit Felix A. Münter entstanden. Wie habt ihr die Idee entwickelt und wie sah eure Zusammenarbeit aus?

trummerwelten-das-geheimnis-der-alice-sparrowAnn-Kathrin Karschnick: Die Zusammenarbeit ist auf dem Mist von unserem Verleger gewachsen. Er meinte: Macht doch mal was zusammen. Anfangs dachte ich, das klappt nie, aber dann haben wir das erste Mal zusammen telefoniert und das ging super. 2 Stunden später stand der grobe Plotplan mit Kapiteleinteilung. 😉

Die Zusammenarbeit selbst war reibungslos. Wir wussten, wer was schreiben durfte und wenn mal was zu klären war, dann haben wir das kurz per Facebook geklärt.

Cygnus: Was hat es mit dem grünen Kleid auf sich, das zu deinem Markenzeichen geworden ist?

Ann-Kathrin Karschnick: Das ist historisch gewachsen. Ich hab früher immer viel auf Mittelaltermärkten gelesen. Da wurde eine authentische Kleidung gefordert. Also habe ich das grüne Kleid gekauft. Das ging nachher soweit, dass die Zuschauer mir nicht mehr zuhören wollten, wenn ich das Grüne Kleid nicht anhatte. Also habe ich es immer getragen. Irgendwie ist es dadurch zu ner eigenen Marke geworden.

eiskalter-atem
Übersetzt von Ann-Kathrin Karschnick

Cygnus: Neben deiner Tätigkeit als Autorin übersetzt du auch Bücher. Wie bist du zu dieser Arbeit gekommen?

Ann-Kathrin Karschnick: Das kam durch meinen Verleger. Der bekam mit, dass mein Englisch sehr gut war. Und da ich weiß, wie es im Deutschen klingen sollte, hab ich es probiert. Seitdem arbeite ich als Übersetzerin. 😉

Cygnus: Ich habe selbst ein paar Autoreninterviews übersetzt und fand es spannend, aber auch herausfordernd, gleichzeitig einen flüssig lesbaren Text zu produzieren und dem Original treu zu bleiben. Gab es etwas, das dich am Übersetzen überrascht hat oder das du an einem deiner Projekte besonders knifflig fandest?

Ann-Kathrin Karschnick: Oh ja. Eine Figur in Eiskalter Atem zitiert in einer Tour Shakespeare und da musste ich viel nachschlagen und herausfinden, damit es gleich klingt.

yin-yang-1-1-der-hypnotiseurCygnus: Zurück zu deinen eigenen Romanen: Für den August 2017 hast du laut deiner FB-Seite eine weitere Veröffentlichung geplant. Was kannst du uns darüber verraten?

Ann-Kathrin Karschnick: Es ist ein Roman mit dem Titel „Der Fluchsammler“ und erscheint im Papierverzierer Verlag. Wie häufig bei mir wird die Geschichte aus 2 Perspektiven erzählt. Der erste Satz des Klappentextes lautet: Berühre ich jemanden, stirbt er.

Mehr wird noch nicht verraten. 😉

Cygnus: Zu guter Letzt: Wo können Leser mehr über dich und deine Bücher herausfinden?

Ann-Kathrin Karschnick: Das geht am besten auf meiner Homepage www.ann-kathrinkarschnick.de oder auf www.facebook.de/ann-kathrinkarschnickautorin

Cygnus: Danke für das Interview.

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„Autorin und…“ #2.1: Interview mit Sabina S. Schneider

„Autorin und…“ #2.2: Sabina S. Schneiders großes Cover-Making-Of

„Autorin und…“ #4: Interview mit Jennifer  Jäger

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4 Kommentare zu „„Autorin und…“ #3: Interview mit Ann-Kathrin Karschnick“

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