„Autorin und…“ #2.2: Sabina S. Schneiders großes Cover-Making-Of zu „Romeo und Giulia – Afterworld“

 

 

In meiner „Autor(in) und…“ Beitragsserie könnt ihr Autoren kennenlernen, die neben ihrem Schreiben auch in einer anderen Kunstform unterwegs sind. Nachdem sie mit mir in einem Interview über ihre Bücher gesprochen hat, kehrt Sabina S. Schneider diese Woche zurück und enthüllt in einem faszinierenden Gastbeitrag, wie sie ihre Buchcover gestaltet. Hiermit lehne ich mich zurück und übergebe ihr das Wort:

SABINA S. SCHNEIDER:

Vielen Dank liebe Swantje, dass ich meine Cover hier vorstellen darf. Ich bin schon sehr gespannt auf dein Buch „Drúdir: Dampf & Magie„, das im Oktober erscheint und wünsche dir viel Erfolg!

Wer bin ich?

Für alle, die mich noch nicht kennen, stelle ich mich kurz vor. Ich schreibe in verschiedenen Fantasy-Genres und fühle mich dort auch als Leser zuhause. Ob ihr Dystopien, Urban-Fantasy, Horror, humorvolle Fantasy, Dark-Fantasy, Märchen oder Zeitreisen sucht, unter meinen Geschichten werdet ihr fündig. (Einen Überblick gibt unter dem Menüpunkt ‚Werke‘: sabinaschneider.wordpress.com) Seit Sommer 2013 habe ich mich dem Schreiben verschrieben. In der Zeit sind 26 Bücher entstanden und einiges mehr an Cover. (Für alle, die mehr wissen wolle, hier geht es zu dem Interview, das Swantje vor kurzem mit mir geführt hat. Danke für die tollen Fragen, Swantje – übrigens ein schöner Name, den ich vielleicht mal in eine Geschichte entführen darf?)

  –Anmerkung von Swantje: Gerne!-

Warum ich meine Cover selber mache:

Für mich ist das Designen eines Cover der perfekte Abschluss für ein Projekt. Ich wurde einmal gefragt (ganz zu Anfang, als ich noch viel zu lernen hatte), warum ich denn meine Cover selbst mache, wenn es doch so schöne Cover günstig zu kaufen gibt. Die Antwort ist einfach: Weil ich es liebe.

Vom Zeichnen, über Fotos bis zur Fotomontage

Der erste Schritt zum Coverentwurf für mich ist das Ende einer Geschichte, damit sie durch ein Bild von neuem beginnen kann. Meist habe ich eine Idee im Kopf, die vielleicht die Kraft hat, eine ganze Geschichte zu tragen. Meine ersten Cover habe ich komplett selbst gezeichnet. Tagelang mit dem Tablet am PC. Das hat Spaß gemacht und die Ergebnisse waren … nun, nennen wir sie einzigartig. Zu diesen Covern gehören noch ‚Skinwalker‘ und ‚Kitsune‘ aus der ‚Die Vergessenen‘ Reihe. Ich bin vor allem auf den Panther stolz. Ich zeichne sehr gerne und habe Bilder auch schon bei Auslosungen den Gewinnern aufgedrängt 😁

 

 

 

 

Dann habe ich mich eigenen Fotos, meist Naturbilder, die auf Reisen entstanden sind, zugewandt, die als Grundlage für meine Cover herhielten, um dann schließlich bei den üblichen Bildermontagen anzukommen. Klingt nach einem einfachen Prozess, der jedoch Jahre in Anspruch genommen hat. Von diesen Covern hat eigentlich nur ‚Die Erbsünde‘, der erste ‚DNA‘ Band, überlebt. Was ihr hier seht, ist eine Holzbrücke, die ich in Japan 2007 auf einer Reise nach Nikko fotografiert habe.DNA

Cover Making-of zu ‚Romeo & Giulia – Afterworld‘

Den Prozess der Bildmontage stelle ich euch am Beispiel meines neuesten Cover für ‚Romeo & Giulia Afterworld‘ vor. Die Geschichte ist in Kooperation mit Sophie Lang entstanden, befindet sich noch in der Schmiede und wird für euch gerade auf Hochglanz poliert.

In der Geschichte treffen zwei Welten aufeinander und ich wollte sowohl Romeo als auch Giulia darstellen. Der grobe Aufbau stand von Anfang an also fest. Zwei Figuren, die aufeinander treffen. Ein Männlein und ein Weiblein. Zwei verschiedene Städte. Wenn die Idee geboren ist, durchforste ich die Bilderdatenbanken und suche Figuren, Hintergründe und Elemente, die zu ihr passen. (Ich erspare euch die Varianten und zeige euch die finale Auswahl)

Hier die Bilder, mit denen ich bei dem Cover für ‚Romeo & Giulia – Afterworld‘ gearbeitet habe:

 

 

 

Nachdem eine Auswahl stattgefunden hat, geht es ans Tüfteln. Wie ich mich für die Bilder entscheide? Das ist ganz einfach. Ich sehe sie und erkenne ein mögliches Cover, das mir gefallen könnte. Varianten entstehen, dann Versionen. Ich arbeite mit GIMP. Bei diesem Cover sind es durch das viele Herumprobieren 32 Ebenen geworden. Ich simuliere für euch mal grob den Werdegang des finalen Cover.

1. Freistellung der Figuren und Einfügen des Hintergrundes

Prozess 1

2. Stadt einfügen, freistellen, duplizieren und spiegeln

Prozess 2

3. Den Mann verjüngen, das Gras rausnehmen und die Städte rot und weiß färben, den Farbkontrast etwas verringern und sein T-Shirt rot einfärben

 Prozess 3

4. Dann kommt die Schrift. Sie ist sehr wichtig, muss interessant sein, aber leserlich. Ich gehe hier nach Bauchgefühl und probiere aus, bis es zu dem Cover und der Geschichte passt.

Prozess 4

5. Die Vögel einfügen und wir haben ein Cover : )

Prozess 5

Bei ‚Romeo & Giulia – Afterworld‘ sind es 31 Versionen geworden. Um euch ein Gefühl zu geben, zeige ich euch mal ein paar Versionen, nachdem ich mich für das Motiv entschieden habe. (Mein heimlicher Favorit ist Nr. 02.)

Afterworld Versionen

Am Ende sehe ich vor lauter Bäumen natürlich den Wald nicht mehr und brauche Hilfe. Oft auch schon zwischen drin. Wenn ich unzählige Versionen habe und nicht mehr weiß, was mir gefällt und warum, dann belästige ich meist meine Freunde und verlasse mich auf das Schwarm-Ästhetik-Gefühl meiner Leser.

 

Viel Übung und Überarbeitung

In vier Jahren habe ich 26 Bücher geschrieben und mehr Cover entworfen. Da ich mit der Übung besser wurde und immer noch werde, hoben und heben sich meine Ansprüche an mich selbst. Von meiner ersten Reihe ‚Von den Göttern verlasse‘, gibt es drei Sets zu jedem der vier Bände. V1 ist gezeichnet, V2 aus Fotographien und V3 ist aus verschiedenen Elementen und Bilder zusammengesetzt. (Die Fotos von ‚Zerelf‘ und ‚Bastarde‘ sind wie bei ‚Die Erbsünde‘ auf einer Reise nach Japan entstanden. ‚Zerelf‘ in einer Tropfsteinhöhle bei Kawaguchiko und Bastarde auf einem Berggipfel in Miyajima.)

cover-versionen.png

cover-versionen-2.png

Bei der ‚DNA-Trilogie‘ sind es einige mehr und sehr verschiedene Versionen. Hier ein paar für den ersten Band. Ich mochte den Minotaurus sehr.

dna-prozess.png

Hier der Entwicklungsgang bei der ‚Aeternitas-Reihe‘. Gleicher Werdegang: zeichnen, Foto, Bildermontage.

aeternitas.png

aeternitas-2.png

‚Utopia‘ ist mein jüngstes und hat bisher nur jeweils ein Kleid geschneidert bekommen.

Alle Utopia.jpg

Ich zeige euch mal eines meiner Lieblingscover. Die Serie ist leider etwas hängen geblieben, daher habe ich den Verkauf erst einmal eingestellt, hoffe jedoch, sie eines Tages zu beenden. Das Cover gefällt mir aber bis heute einfach sehr gut! Hach, da bekomme ich doch gleich wieder Lust, an der Geschichte weiterzuschreiben 😀

Irrenhaus.png

Hier ein kleiner Überblick zu meinen Serien, die bereits beendet sind.

‚Von den Göttern verlassen‘ ist eine abenteuerliche Reise durch die Welt der Gefühle und der Gefühlslosigkeit. – DARK FANTASY

In ‚Die Vergessenen‘ werden Götter wieder lebendig und eine verbotene Liebe, die alle Zeiten überdauert, lenkt die Menschheit ihrem Untergang entgegen. – URBAN FANTASY

‚DNA‘ ist … verrückt. Hierfür wurde ich auch schon als geisteskrank bezeichnet. In dieser Reihe kämpfen die Wahrheit mit der Lüge und der Verführung. Ein fluchender Anti-Hero und Luzifer persönlich sind ebenfalls Teil des großen Ganzen. – URBAN FANTASY – SUPERHELDEN

‚Aeternitas‘ ist eine Reise durch eine Vergangenheit, die noch nicht passiert ist, eine unstabile Gegenwart und eine Zukunft, die geschehen muss, um die Vergangenheit möglich zu machen. – ZEITREISEN

In ‚Gelöscht‘ findet ihr euch in einer Welt wieder, in der Erinnerungen nichts bedeuten. – DYSTOPIE

In ‚Utopia‘ ist die Menschheit in der idealen Gesellschaft angekommen. Niemand muss mehr. Jeder kann. – DYSTOPIE

Bei ein paar meiner Reihen gibt es die ersten Bänder noch als eBook kostenlos auf den gängigen Plattformen. Schnell zuschlagen, da ich das nach und nach ändern werde 😉

 

facebook.com/sabinas.schneider

Ihr findet mich natürlich auch Facebook. Lasst ein Däumchen da und votet beim nächsten Cover mit!

sabinasschneider.wordpress.com

Auf meiner Homepage findet ihr alle Werke von mir. Schaut mal vorbei und lest rein. Alle aktuellen Cover gibt es dort natürlich auch zu sehen.

instagram.com/sabina.s.schneider

Auf Instagram poste ich verschiedenes. Bücher, die ich gelesen habe, Fotos von Reisen, meine Kritzeleien etc.

twitter.com/StephWingSab

Hier muss ich noch etwas aktiver werden, freue mich aber über jeden Follower!

 

„Autorin und…“ #1: Interview mit Erin Lenaris

„Autorin und…“ #2.1: Interview mit Sabina S. Schneider

„Autorin und…“ #3: Interview mit Ann-Kathrin Karschnick

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3 Kommentare zu “„Autorin und…“ #2.2: Sabina S. Schneiders großes Cover-Making-Of zu „Romeo und Giulia – Afterworld“”

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