Sarah J. Maas: Empire of Storms (Throne of Glass, Book 5)

empire-of-storms-1Klappentext

The long path to the throne has just begun for Aelin Galathynius. As the kingdoms of Erilea fracture around her, enemies must become allies if Aelin is to keep those she loves from falling to the dark forces poised to claim her world. With war looming on all horizons, the only chance for salvation lies in a desperate quest that may mark the end of everything Aelin holds dear. Will Aelin succeed in keeping her world from splintering, or will it all come crashing down?

Handlung

An der Spitze ihres kleinen, aber schlagkräftigen Hofes will Aelin ihr Erbe als Königin Terrasens antreten. Die Adligen, die das Königreich bisher beherrscht haben, haben jedoch (verständliche) Vorbehalte dagegen, das Land einer Neunzehnjährigen mit zweifelhafter Vergangenheit anzuvertrauen. Also bleibt Aelin nichts anderes übrig, als Terrasen zu verlassen und den Kampf für ihr Land – und die ganze Welt, schließlich wird diese von den dämonischen Valg und deren König Erawan bedroht – an anderen Fronten aufzunehmen.

Dabei hat sie reichlich Auswahl, denn es ist nicht nur eine Flotte von besessenen Kriegern aus Morath auf dem Weg zu ihr. Auch die gewissenlose Fae-Königin Maeve zieht nun in den Krieg. Sie hat schon einmal versucht, Aelin unter ihre Kontrolle zu bringen und ihre Jahrhunderte umspannenden Pläne stehen kurz davor, Früchte zu tragen.

Doch auch Aelin hat vorausgeplant. Sie hat Nachrichten an einstige Verbündete geschickt und fordert alte Schulden ein. Einige ihrer alten Bekannten stolpern geradezu über ihre eigenen Füße, um ihr zur Hilfe zu eilen, andere dagegen können nicht vergessen, dass die junge Königin sie in der Vergangenheit provoziert oder gedemütigt hat. So oder so versammeln sich bald eine Menge außergewöhnlicher Persönlichkeiten unter Aelins Banner – einige von ihnen tauchen allerdings Deus-ex-Machina-mäßig aus dem Nichts auf, als Aelin und ihre Freunde sie brauchen. Es kann sein, dass Maas sie in einer ihrer Throne-of-Glass-Novellen eingeführt hat, aber in der „Kernserie“ wurden sie nie zuvor erwähnt.

In spektakulären Seeschlachten verteidigen die Freunde sich gegen Erawans Truppen und das beängstigende Ausmaß von Aelins magischen Kräften wird enthüllt. Doch die Götter und Unsterblichen, die die gegenwärtige Situation heraufbeschworen und viele der wichtigen Figuren (einschließlich Aelin selbst) in Position geschoben haben, treten nun offen in Erscheinung und sie haben eine Aufgabe für die junge Königin: Aelin muss in ein gefährliches Sumpfland reisen, wo sie den Schlüssel zum Sieg über Erawan vermutet. Was sie stattdessen findet sind eine unbarmherzige Feindin, desillusionierende Erkenntnisse und eine Enthüllung, die sie fürchten lässt, alles zu verlieren.

„Empire of Storms“ ist voller bildgewaltiger Kämpfe. Egal ob direkter Zweikampf, Armadas, die tödliche Salven austauschen, magisches Inferno oder Kampf zwischen See-Drachen und Wyvern – Action-Fans kommen hier garantiert auf ihre Kosten. Außerdem geben Aelin und Rowan ihre bisherige Zurückhaltung auf und versuchen, so viel aus ihrer gemeinsamen Zeit herauszuholen, wie nur möglich – auch weil die Ahnung über ihnen hängt, dass sie womöglich nur wenig davon haben werden.

Obwohl ein Krieg geschildert wird und das Schicksal der Welt auf dem Spiel steht, vermittelt das stetige Wachsen von Aelins Gefolgschaft einem über weite Strecken ein eher optimistisches Gefühl und es gibt viele triumphale Momente, wenn Freunde oder neue Verbündete einander zur Hilfe kommen und Siege erringen. Lange scheint es, als würde alles was tragisch, dunkel und kompliziert ist, in der Vergangenheit liegen oder off-screen passieren. Die Gefährten sind in diesem Kampf mit seinen klaren Fronten und nun endlich offenliegenden Karten aller Beteiligten zwar in der Unterzahl und die Methoden ihrer Gegner sind abstoßend, aber sie haben beeindruckende Fähigkeiten, so dass ihre Sache nicht aussichtslos scheint. Das Buch endet jedoch mit einer dunkleren Wendung und einem Cliffhänger, der es nahezu unmöglich macht, achselzuckend zu entscheiden, dass Band sechs nicht unbedingt sein muss.

Figuren

Es gibt Bücher, die schmerzhaft zu lesen sind, weil Figuren mit den besten Absichten, aber verschiedenen Überzeugungen oder Informationen auf verschiedenen Seiten landen. „Empire of Storms“ ist keines dieser Bücher. Alle Figuren, die auch nur ein wenig sympathisch sind oder einen gewissen Coolness-Faktor haben, schlagen sich einer nach dem anderen auf Aelins Seite, um dort fein säuberlich in Paare sortiert zu werden. Die Bemerkung, mit der Dorian eine neue Verbündete an Bord willkommen heißt, ist womöglich ein Meta-Kommentar über die unwahrscheinliche Häufung gutaussehender, zum Teil königlicher/ auserwählter Krieger und Magier mit makellosem Äußeren und dunkler Vergangenheit in Aelins Nähe.

Die Natur ihrer Feinde sorgt auch dafür, dass es sich bei Aelins Team immer um die moralisch überlegene Partei handelt und dass sie ihre Handlungen selten in Frage stellen. Tatsächlich hätte das Buch durch ein komplizierteres, differenzierteres Bild gewinnen können und die dunkle Vergangenheit vieler Figuren, die auf Aelins Seite stehen, erscheint teilweise beinahe wie ein interessantes Accessoire.

Aelin ist selbstbewusst wie eh und je. Sie hat ihre Rolle als Königin nun voll akzeptiert und ist bereit, ihr eigenes Glück und ihr eigenes Leben zu opfern, wenn das Wohl ihres Landes es erfordert. Vielleicht ist sie ein wenig zu sehr von sich und ihrer Sache überzeugt, überlegt sie doch an einer Stelle, ob es nicht besser für die gesamte bekannte Welt wäre, wenn sie sie nicht nur verteidigen, sondern auch unterwerfen würde. Trotzdem ist es leicht, mit ihr mitzufiebern, und man muss angesichts ihrer Bürde und all der Dinge und Menschen, die sie verloren hat/ verliert/ zu verlieren droht einfach Mitleid mit ihr haben.

Auch anderen Figuren (und den zwischen ihnen aufkeimenden Gefühlen) wird viel Raum gegeben: Dorian und Aedion, Rowan, Lorcan und zwei weitere Fae-Prinzen, die sich gegen Maeves Kontrolle auflehnen, Elide, Lysandra und Manon sind wieder von der Partie und treffen wichtige Entscheidungen. Widerstreitende Loyalitäten, Lügen und schmerzhafte Erinnerungen sorgen für einiges an Zündstoff zwischen ihnen, aber die Richtung, in die sich die Geschichte bewegt, ist häufig von Anfang an klar. Gerade die männlichen Charaktere sind sich leider teilweise extrem ähnlich.

Stil

Die Handlung von „Empire of Storms“ schreitet rasch voran und ist, wie schon erwähnt, voller bildgewaltiger Action. Die Sprache erlaubt eine schnelle, mühelose Lektüre, auch wenn bei schnellem Lesen Wortwiederholungen auffallen (z.B. werden Elides Lippen ständig mit Rosenknospen verglichen, wenn aus der Perspektive eines bestimmten Charakters geschrieben wird).

Fazit

Sarkastische Kommentare über viel zu gutaussehende, in Paare zu sortierende Figuren mit dunkler Vergangenheit hin oder her: „Empire of Storms“ ist eine farbenprächtige Geschichte voller Action, Drama und einiger wirklich guter Momente des Triumphs vor einem düsteren Hintergrund. An so einigen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe und Komplexität gewünscht und bin mit ein paar Wendungen und Figuren nicht wirklich zufrieden. Aber dass das Buch seine Schwächen hat, heißt nicht, dass es nicht großen Spaß macht, dieses Fantasy-Abenteuer an sich vorbeiziehen zu lassen. Ich hatte Schwierigkeiten, „Empire of Storms“ zur Seite zu legen.

Bloomsbury Publishing, September 2016

Imprint: Bloomsbury Childrens

ISBN: 9781408872901

7,01 € auf Kobo

 

Rezension zu „Throne of Glass“ (Bd. 1)

Rezension zu „Crown of Midnight“ (Bd. 2)

Rezension zu „Heir of Fire“ (Bd. 3)

Rezension zu „Queen of Shadows“ (Bd. 4)

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5 Kommentare zu “Sarah J. Maas: Empire of Storms (Throne of Glass, Book 5)”

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