Sarah J. Maas: Queen of Shadows (Throne of Glass, Buch 4)

Queen+of+ShadowsKlappentext

Celaena Sardothien is cloaked in her assassin’s hood one more. She is back in Rifthold, but this time, she is no one’s slave. She must delve into her most painful memoriers and fight for her survival, while resisting a smouldering passion that might very well consume her heart. And she will face her former master, the King of Assassins, again – to wreak revenge for a decade of pain…

 

Handlung

Zurück in Rifthold sieht sich Aelin – die Erbin des Throns von Terrasen hat sich mit ihrer Vergangenheit und ihrer Bestimmung versöhnt und den falschen Namen Celaena hinter sich gelassen – mit einer ganzen Reihe von Herausforderungen konfrontiert: Von den dämonischen Valg besessene Wachen patroullieren durch die Straßen, auf der Jagd nach den Rebellen, denen sich nun auch Chaol angeschlossen hat. Prinz Dorian selbst trägt einen dämonischen Parasiten in seinem Inneren, der seine Handlungen kontrolliert und allmählich seine Persönlichkeit auslöscht. Arobynn Hamel, der Mann, der Aelin ausgebildet, für seine Zwecke benutzt und zutiefst verletzt hat, besitzt ein Artefakt, das für ihren Kampf gegen den König und seine Verbündeten, die die Welt zerstören könnten, unerlässlich ist. In den Bergen Moraths bereiten sich die Hexen auf ihren Lindwürmern darauf vor, Seite an Seite mit den Truppen des Königs und den Valg in den Kampf zu ziehen.

Doch Aelin ist nicht allein: Obwohl Chaol, dessen Treue zu allererst seinem Land Aderlan und Prinz Dorian, den er trotz allem nicht aufgeben will, gilt, wird er zum widerwilligen Verbündeten der Frau, die er einst geliebt hat. Und schließlich kehrt auch der Fae-Krieger Rowan an Aelins Seite zurück. Er hat schlechte Neuigkeiten über einen neuen Feind, der in Rifthold seine ganz eigenen Interessen verfolgt, aber seine Fähigkeiten sind eine unschätzbare Hilfe für Aelin. In der Kurtisane Lysandra, die auch eine Rechnung mit Arobynn offen hat, findet sie eine unerwartete Verbündete und nach einer spektakulären Rettungsaktion kehrt auch ihr Cousin Aedion an ihre Seite zurück.

Dieser verdeckt agierende, neu ins Leben gerufene Königshof Terrasens ist klein, aber überaus schlagkräftig und sofort setzen sie alles in Bewegung, um ihre Feinde gegeneinander auszuspielen und jeden in sehr kleine Stücke zu schneiden, der sich ihnen in den Weg stellt.

In „Queen of Shadows“ finden einige Konfrontationen statt, die lange vorbereitet wurden. Aelin steht – zum ersten Mal in ihrer Funktion als Herrscherin des eroberten Terrasen – dem König gegenüber, der ihre Eltern getötet und ihr Reich zerschlagen hat und muss sich fragen, wie sie mit einem Dorian umgehen soll, in dem nichts mehr von dem menschlichen Prinzen übrig zu sein scheint. Auch begegnet sie zum ersten Mal der Hexenkriegerin Manon.

Manon hat übrigens eigene Probleme: Während sie sich bisher mühelos in die brutale, hierarchische Kultur ihres Hexenclans eingefügt hat, erhält sie nun Befehle, die den wenigen Prinzipien entgegenlaufen, die ihr am Herzen liegen. Sie ist fest entschlossen, herauszufinden, was ihre menschlichen Verbündeten planen, doch jede weitere Entdeckung lässt sie stärker zweifeln.

Nahezu vergessene Figuren wie Lady Kaltain, die erst als oberflächliche Intrigantin und dann als hilfloses Opfer in Erscheinung getreten ist und nun etwas ganz Anderes ist, schieben sich wieder in den Vordergrund. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass in Morath und im Machtgefüge der Hexen die Dinge in Bewegung geraten.

Wie bereits im dritten Teil wächst die Zahl der Schauplätze, Akteure und Informationen über die Welt (auch wenn einiges etwas plötzlich kommt, so werden z.B. häufig die Namen von Göttern genannt, die in den ersten Bänden noch keine Erwähnung fanden – hier kann ich mich aber auch falsch erinnern). Deshalb fühlen sich Aderlan und Morath, Wendlyn und Terrasen plastischer und realer an als in Band 1 und 2. Sarah J. Maas bemüht sich nicht besonders, mit subtilen Andeutungen und atmosphärischen Beschreibungen eine Welt voller fremdartiger, aber überzeugender Kulturen zu konstruieren, aber sie schafft doch eine funktionierende Bühne mit Potenzial für spannende Ereignisse und Entwicklungen.

 

Figuren

Die Aelin, die am Anfang die Bildfläche betrifft, ist stolz, unnahbar und gnadenlos. Erst später blitzen wieder Züge von Celaena auf: Der respektlose Humor, die kindliche Freude an Luxus, die kleinen Momente der Verletzlichkeit. So wird es schließlich wieder leichter, sie zu mögen. Zusammen mit Aedion, Lysandra und Rowan ist sie Teil eines Teams von Menschen (im weitesten Sinn) mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Sie nehmen sich einen Feind nach dem anderen vor und fordern Gerechtigkeit für die vielen Verletzungen, die ihnen und ihren Freunden zugefügt worden sind, was sich ziemlich unterhaltsam liest.

„Queen of Shadows“ ist wie die Vorgängerbände nicht sehr subtil in seiner Darstellung von Charakteren und ihren Gefühlen und Konflikten, aber durch die äußere Handlung und die Tatsache, dass jede Figur ihre eigene tragische Vergangenheit hat, kommt trotzdem eine Menge emotionales Drama in die Geschichte (allerdings wäre auch hier gelegentlich weniger mehr gewesen – nichts gegen tragische Hintergrundgeschichten, aber irgendwie beeindruckt es mich immer mehr, wenn eine Figur so plastisch, vielschichtig und überzeugend ist, dass ich auch an ihren kleinsten und alltäglichen Problemen Anteil nehme und die großen Dramen gar nicht nötig sind).

Die Liebesgeschichte zwischen Aelin und Rowan entwickelt sich in einem großen Sprung weiter, allerdings wollen die beiden Figuren sich erst ihre Gefühle nicht eingestehen und ihnen dann keinen körperlichen Ausdruck verleihen, was etwas künstlich und unnötig wirkt, weil man bereits auf den ersten Seiten ahnt, wo sich ihre Geschichte hinbewegt.

Aedion und Rowan sind mit ihrer Leidenschaft, ihren animalischen Fae-Instinkten und ihrer absoluten Loyalität zu Aelin (tatsächlich vermengen sich diese drei Dinge) reichlich überzeichnet, aber ihre Interaktion miteinander, mit Aelin und mit Lysandra wird glücklicherweise durch Humor aufgelockert. Trotzdem gehören sie eindeutig zu den schwächeren Charakteren, genau wie viele der einseitig negativ gezeichneten Antagonisten.

 

Stil

Der Stil von „Queen of Shadows“ ist umgangssprachlicher, als ich ihn von den Bänden davor im Gedächtnis habe, aber das passt sehr gut zu der trotzigen Art der Figuren, die in diesem Buch übermächtigen Gegnern und fehlgeleiteten Herrschern den Kampf ansagen. Die Handlung schreitet schnell voran, es gibt eine Menge Action und die Figuren erleben Momente des Triumphs ebenso wie Augenblicke, in denen alles verloren scheint. Der Humor und die ungezwungene Art der Figuren sind ein wirkungsvoller Kontrast zu der Welt und der Bedrohung, mit der sie konfrontiert sind. Ein geschickter Schachzug sind ihre Anspielungen auf Ereignisse aus Band 1 und 2, die einem beim Lesen vor Augen führen, was für eine große Entwicklung die Figuren seitdem durchlaufen haben. „Queen of Shadows“ liest sich spannend und mühelos und man möchte wissen, wie es weitergeht, ohne dass das Buch einen trotz der teilweise sehr blutigen und tragischen Ereignisse emotional sehr mitnehmen würde.

 

Fazit

Es gibt Bücher, die eine tiefere, emotionale Reaktion hervorrufen oder mehr zum Nachdenken anregen, aber „Queen of Shadows“ liefert trotz einiger Schwächen gute Unterhaltung. Ein gekonnt gemachter YA-Action-Fantasy-Film im Buchformat, den zu lesen definitiv Spaß macht.

 

„Queen of Shadows“ ist als „Königin der Finsternis“ in einer Übersetzung von Tanja Ohlsen auf Deutsch erschienen.

 

Bloomsbury Publishing, September 2015

Imprint: Bloomsbury Childrens

ISBN: 9781408858622

7,72 € auf Kobo

Throne of Glass (Bd. 1)

Crown of Midnight (Bd. 2)

Heir of Fire (Bd. 3)

Empire of Storms (Bd. 5)

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4 Kommentare zu “Sarah J. Maas: Queen of Shadows (Throne of Glass, Buch 4)”

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