Brent Weeks: The Broken Eye (Lightbringer-Series, Book 3)

thebrokeneyeKlappentext

As the old gods awaken and satrapies splinter, thee Chromeria races to find the only man who can still end a civil war before it engulfs the known worlds. But Gavin Guile has been captured by an old enemy and enslaved on a pirate galley. Worse still, he has lost more than his powers as Prism – he can’t use magic at all.

Without the protection of his father, Kip Guile will face a master of shadows as his grandfather moves tho choose a new Prism and put himelf in power. With Teia and Karris, Kip will have to use all his wits to survive a secret war among noble houses, religious factions, rebels and an ascendant order of hidden assassins called the Broken Eye.

 

Handlung

Kip hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sein verschollener Vater gerettet werden kann, doch niemand in der Chromeria weiß, wo Gavin ist und viele halten ihn für tot. Gavin ist auf sich gestellt und als es ihm gelingt, einem alten Feind zu entkommen, findet er sich unmittelbar darauf in den Händen eines anderen wieder.

Nun, wo Gavin ihm nicht mehr entgegentreten kann und die Tage der „Weißen“, des Oberhaupts der Chromeria, gezählt sind, dehnt Andross Guile seine Macht mehr und mehr aus. Kip hasst den alten Mann, der den Tod seines eigenen Sohnes in Kauf genommen hätte, um an das mysteriöse „Blinding Knife“ zu kommen, aber zugleich weiß er, dass sein Leben von Andross‘ Wohlwollen abhängt.

Als neuernannter Promachos ist Andross erst einmal auf die Konsolidierung seiner Macht in der Chromeria fixiert und vernachlässigt die Verteidigung der sieben Satrapien gegen den Farbprinzen, von dem man jedoch weniger mitbekommt als noch in den Bänden davor.

Karris – einst Schwarzgardistin, kurz Frau des Prismas, nun ohne eine der Rollen, die ihr zuvor Halt gegeben haben – wird von der Weißen darauf vorbereitet, eine neue, bedeutende Position einzunehmen, auch wenn sie noch nicht weiß, wie diese aussehen soll.

Unterdessen geht Kips Ausbildung bei den Schwarzgardisten weiter. Seine Truppe wächst immer enger zusammen, aber die Konflikte, in die sie sich bereits jetzt verstricken, zwingen sie dazu, schnell erwachsen zu werden.

Der offizielle Kult der Luxiaten und die Prophezeiung um den „Lightbringer“, die in den letzten Büchern nur erwähnt wurden, gewinnen an Bedeutung. Der „Lightbringer“ ist eine Erlöserfigur für die Luxiaten, die ihn zugleich unter ihrer Kontrolle wissen wollen. Auch der Orden des Gebrochenen Auges, ein geheimer Kult, dessen Attentäter über eine besondere Magie gebieten, allerdings folgen sie einer deutlich anderen Überlieferung.

Kips Mitschülerin Teia wird von der Weißen und Karris mit der Aufgabe betraut, den Orden zu infiltrieren. Unter der Anleitung des unberechenbaren Meister Sharp erfährt sie von angeblichen Wahrheiten, die die Chromeria und die Luxiaten zu unterdrücken versuchen, und lernt, ihre besonderen Fähigkeiten zu nutzen.

Man erfährt mehr über den Lightbringer, der mal Messias-Figur, mal Gegenspieler Gottes zu sein scheint, mehr über die magischen Neun-Könige-Karten, die offenbar mehr können, als die Wahrheit zu zeigen und Erinnerungen zu bewahren, und mehr über die „geheime“ Farbe Paryl, deren volles Potenzial Teia allmählich zu erkunden beginnt. Trotzdem bleibt auch vieles im Dunkeln.

Es werden immer neue Handlungsstränge eröffnet und diese nehmen dann eine überraschende Wendung nach der anderen. Die Ereignisse von „Schwarzes Prisma“ erscheinen plötzlich wie ein Prolog oder eine Randnotiz zu einer weitaus größeren Geschichte, die immer mehr Tragweite und Komplexität gewinnt.

 

Figuren

Es passiert nicht nur viel, die Figuren entwickeln sich auch weiter und wachsen in den Situationen, in die sie geworfen werden, über sich hinaus (in typischer Brent-Weeks-Manier bleiben ihnen auch nur wenige Blamagen erspart, aber ihnen werden, oft sogar direkt im Anschluss daran, auch epische Momente gewährt).

Die Akzeptanz und Freundschaft, die er bei seinem Schwarzgardisten-Trupp findet, hilft Kip, allmählich seine Minderwertigkeitsgefühle abzulegen. Seine Position ist schwach, aber seine Intelligenz und Intuition erlauben es ihm, Andross‘ Intrigenspiel zu durchschauen und zu versuchen, seinen eigenen Weg im Wirrwarr der Interessen in der Chromeria zu finden. Wie bereits in den vorigen Bänden ist seine Entwicklung überzeugend und befriedigend zu lesen.

In „The Broken Eye“ spielt Teia eine größere Rolle als je zuvor. Der Leser begleitet die mutige junge Frau bei ihrer Mission beim Orden des Gebrochenen Auges und kann mitverfolgen, wie sie damit ringt, innerlich mit ihrer Zeit als Sklavin abzuschließen. Teia ist beherzt und kompetent, aber hat keineswegs übermenschliche Fähigkeiten und wirkt durch ihre Angst realer.

Gavin sind diesmal deutlich weniger Kapitel gewidmet. Der einst mächtigste Mann der Welt fragt sich, was eigentlich ohne seine Magie und seine hohe Position von ihm übrigbleibt. Die Antwort lautet: Eine ziemlich beeindruckende Figur, die selbst in scheinbar hoffnungslosen Positionen nicht aufgibt und jeden noch so winzigen Vorteil sieht und ausnutzt.

Man lernt auch Orea Pullawr, die „Weiße“ besser kennen. Die mal verblüffend mitfühlende, aber wenn nötig auch kühl kalkulierende und manipulierende Frau kann es problemlos mit so überlebensgroßen Gestalten wie Andross oder Gavin aufnehmen und wird im Angesicht ihres nahenden Todes zur Mentorin, die andere Figuren darauf vorbereitet, ihr Werk weiterzuführen.

 

Stil

Vielleicht liegt es daran, dass ich Brent Weeks zum ersten Mal im Original lese, aber „The Broken Eye“ liest sich meiner Meinung nach flüssiger als die Bände vorher. Was die Übersetzer allerdings gut getroffen haben, ist der manchmal beinahe umgangssprachliche Ton, gerade, wenn Gedanken der Figuren direkt in den Text eingeflochten werden.

Ansonsten ist vieles wie bei den Bänden zuvor: Situationskomik und reflektierte Momente, in denen die Figuren über sich, ihre Beziehungen und ihre Entwicklung nachdenken, wechseln sich mit dramatischer, schonungslos geschilderter Action ab.

 

Fazit

In „The Broken Eye“ führt Weeks weitere Informationen über sein Magiesystem und die konfliktreiche, politische Situation in der Chromeria ein. Vor diesem Hintergrund durchlaufen außergewöhnliche Figuren überzeugende Entwicklungen. Ein temporeiches, komplexes und sehr empfehlenswertes Leseerlebnis.

 

„The Broken Eye“ ist auf Deutsch als „Schattenblender“ und „Sphären der Macht“ erschienen, übersetzt von Michaela Link.

 

Orbit, August 2014

Imprint: Orbit

ISBN: 9780316235556

 

7,99 € auf Kobo

 

Rezension zu „Schwarzes Prisma“ (Lightbringer, Buch 1)

Rezension zu „Die Blendende Klinge“ (Lightbringer, Buch 2)

Rezension zu „The Blood Mirror“ (Lightbringer, Buch 4)

Rezension zu „Der Weg in die Schatten“ (Schatten-Trilogie, Buch 1)

Rezension zu „Am Rande der Schatten“ (Schatten-Trilogie, Buch 2)

 

 

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5 Kommentare zu “Brent Weeks: The Broken Eye (Lightbringer-Series, Book 3)”

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