Brent Weeks: Die Blendende Klinge (Lightbringer-Serie, Buch 2)

dieblendendeklingeKlappentext:

Gavin Guile, der hoch geehrte Lord Prisma, stirbt. Er glaubte, er hätte noch fünf Jahre zu leben, doch jetzt bleibt ihm nicht mal mehr eines. Viel zu wenig Zeit, um die wiedergeborenen Götter und ihre Armee aufzuhalten, die das Reich niederringen wollen. Gavins einzige Chance, dem tödlichen Chaos ein Ende zu bereiten, könnte ausgerechnet sein Bruder sein – dessen Leben er vor sechzehn Jahren raubte…

 

Inhalt:

Der Farbenprinz mit seiner Rebellenarmee – der sich nun auch Kips ehemalige Freundin und Mitschülerin Liv angeschlossen hat – marschiert scheinbar unaufhaltsam von Sieg zu Sieg, während der Rat in der Chromeria (dem Herrschaftszentrum der sieben Satrapien) sich weigert, die Bedrohung Ernst zu nehmen. Die Welt braucht ein starkes Prisma mehr denn je, aber Gavin Guile muss nicht nur weiter dafür kämpfen, seine Lügen aufrecht zu erhalten, er verliert auch allmählich die einzigartigen magischen Fähigkeiten, die es ihm erlauben, die Magie der Farben ins Gleichgewicht zu bringen.

Das resultierende Chaos ist zerstörerisch: Alte Götter werden wiedergeboren und Gavin sieht das Reich vor seinen Augen zerfallen. Doch seinen schlimmsten Feind findet er nicht unter den Rebellen, sondern in seinem eigenen Vater. Der verbitterte, machthungrige Andross Guile hat erkannt, dass er seinen Sohn nicht länger kontrollieren kann, und versucht nun, ihn zu zerstören.

Andross’ Hass erstreckt sich auch auf Kip, der von seinem Vater in die Chromeria geschickt wurde. Er soll dort nicht nur zum Wandler ausgebildet werden, sondern auch für die Aufnahme in die elitäre Schwarze Garde trainieren. Rasch stellt er fest, dass seine größte Herausforderung nicht sein wird, sich den Respekt der anderen Rekruten zu verdienen – allein schon am Leben zu bleiben könnte sich als schwierig herausstellen.

In “Die Blendende Klinge” baut Brent Weeks sein Magiesystem weiter aus. Man erfährt, dass es mehr Farben als die sieben gibt, die man in “Schwarzes Prisma” kennengelernt hat, und dass es auch noch andere Arten von magischen Begabungen als die der Wandler gibt. Einerseits wirken diese Offenbarungen beinahe ein wenig wie nachträgliche Einfälle, andererseits hatte Weeks bereits in “Schwarzes Prisma” bereits so viele Regeln des Magiesystems einzuführen, dass er wahrscheinlich gar nicht den Raum hatte, auch noch die Enthüllungen von Band Zwei anzudeuten.

 

Figuren:

Brent Weeks verwendet wieder viel Zeit darauf, seine Figuren mit ihrer Geschichte, ihren Zweifeln und ihren inneren Konflikten auszubauen. So sind viele Figuren wie Gavin oder der Schwarzgardist Eisenfaust hin und her gerissen, da sie die Fehler der Ordnung, die sie verteidigen, genau sehen können. Gavin kämpft mit denselben Zweifeln und Ängsten wie im ersten Teil, aber muss auch damit umgehen, dass ihm seine magische Macht entgleitet. Ihm läuft die Zeit davon und er wird zu einigen extremen Handlungen gezwungen. Trotzdem scheint es, als habe er eine hauchfeine Chance auf persönliches Glück mit Karris, deretwegen er sich sogar seinem Vater entgegenstellt.

Kip ist – obwohl er allmählich zu ahnen beginnt, dass er deutlich mehr von der magischen Begabung seines Vaters geerbt hat, als er zunächst dachte – scheinbar völlig ungeeignet für eine Laufbahn als Schwarzgardist. Trotzdem versucht er das Unmögliche, und obwohl ihm von vielen Seiten Feindseligkeit entgegenschlägt, gelingt es ihm gar nicht so schlecht und er durchläuft eine ungeheure Entwicklung. Er knüpft auch Freundschaften, zum Beispiel zu der Schwarzgardistenanwärterin Teia, die im weiteren Verlauf der Serie sicher eine wichtige Rolle spielen wird, da sie über einzigartige Fähigkeiten verfügt.

Andross ist er allerdings nicht gewachsen. Gavins Vater ist eine undifferenziert bösartige, beinahe übermenschlich gezeichnete Gestalt und ein beängstigender Feind.

Interessant ist die Perspektive Livs. Durch sie lernt man den Farbprinzen und seine Armee besser kennen und so abstoßend seine Mittel auch sind, bringt er doch einige gute Argumente dafür, wieso die Chromeria in ihrer jetzigen Form nicht weiter existieren sollte.

 

Stil:

Stilistisch sind sich “Schwarzes Prisma” und “Die Blendende Klinge” mit ihrer schlichten, manchmal beinahe umgangssprachlichen Wortwahl sehr ähnlich, allerdings wirkt “Die Blendende Klinge” weniger geschlossen, da es immer mehr Handlungsstränge werden und immer mehr Spieler das Geschehen beeinflussen. Wieder einmal gelingt es Weeks, zahlreiche beeindruckende Bilder heraufzubeschwören und eindringliche Schilderungen rasanter, blutiger Action abzuliefern, aber auch Momente der Reflektion einzubauen.

 

Fazit:

“Die Blendende Klinge” steckt voller neuer Offenbarungen über Weeks’ Universum, führt die Geschichten und Entwicklungen der einzelnen Charaktere (mit denen der Autor gewohnt erbarmungslos umgeht) auf interessante Weise weiter. Die Komplexität der Geschichte und die Höhe der Einsätze wachsen stetig. Ein spannender, bildgewaltiger Roman voller außergewöhnlicher Figuren.

 

Englischer Originaltitel: „The Blinding Knife“

Übersetzer: Hans Link

 

Blanvalet Taschenbuch Verlag, Januar 2013

Imprint:Blanvalet Taschenbuch Verlag

ISBN:9783641085124

 

Weitere Rezensionen zu Brent Weeks:

Lightbringer-Serie:

Schwarzes Prisma (Bd. 1)

The Broken Eye (Bd. 3)

The Blood Mirror (Bd. 4)

Schatten-Trilogie:

Der Weg in die Schatten (Bd. 1)

Am Rande der Schatten (Bd. 2)

 

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5 Kommentare zu „Brent Weeks: Die Blendende Klinge (Lightbringer-Serie, Buch 2)“

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