Yuval Noah Harari: Eine kurze Geschichte der Menschheit

einekurzegeschichtedermenschheitKlappentext:

Wie haben wir, Homo Sapiens, es geschafft, den Kampf der sechs menschlichen Spezies ums Überleben für uns zu entscheiden? Warum ließen unsere Vorfahren, die einst Jäger und Sammler waren, sich nieder, betrieben Ackerbau und gründeten Städte und Königreiche? Warum begannen wir, an Götter zu glauben, an Nationen, an Menschenrechte? Warum setzen wir Vertrauen in Geld, Bücher und Gesetze und unterwerfen uns der Bürokratie, Zeitplänen und Konsum? Und hat uns all dies im Lauf der Jahrtausende glücklicher gemacht? Yuval Harari entwirft mit seinem international gefeierten Bestseller das große Panorama unserer eigenen Geschichte – und stellt die Frage, wohin wir von hier aus gehen wollen.

 

Inhalt:

Harari erzählt die Geschichte der Menschheit ganz von Anfang an und beschreibt unter anderem eine Zeit, in der verschiedene Menschenarten nebeneinander existierten. Von da an erzählt er von den Revolutionen, die den modernen Menschen formten: Die kognitive Revolution, die agrarische Revolution und schließlich die wissenschaftliche Revolution.

Dabei schreibt er nicht, als sei alles von vornherein determiniert gewesen, sondern verweist darauf, wo die Geschichte sich anders hätte entwickeln können. Hierbei lässt er sich immer wieder auf unterhaltsame „Was wäre wenn?“-Spiele ein.

Es geht bei Harari weniger um konkrete Ereignisse, sondern vielmehr um große Schritte in der Menschheitsentwicklung und die Gestalt, die sie in verschiedenen Kulturen angenommen haben. Zum Beispiel das Aufkommen von Geld oder die Art, wie gemeinsame Mythen es großen Mengen von Menschen erlaubten, miteinander zu kooperieren. Harari bedient sich bei seinen Beispielen bei bekannten, aber auch bei weniger bekannten Kulturen aus der ganzen Welt. Dabei kommen teilweise verblüffende Parallelen zum Vorschein, vor allem aber auch Unterschiede, die eine These Hararis stützen, die er mit diesem Vergleich auf den Punkt bringt: Das menschliche Genom ist der Rasen, aber es gibt eine nahezu unendliche Anzahl von Spielen, die darauf ausgetragen können.

Er zieht auch immer wieder andere Wissenschaften wie die Biologie oder Psychologie heran, um seine Fragestellungen zu beantworten oder aber um Aspekte zu erweitern. Hierbei stellt er den Menschen in den Kontext seiner Umwelt und betrachtet ihn als ein Tier von vielen und macht auch auf die menschlichen „Verbrechen“ an ihren Mitgeschöpfen aufmerksam.

Harari wagt sich auch daran, allgemein etablierte Ansichten in Frage zu stellen. So verdammt er die großen Imperien nicht komplett und stellt die These auf, dass es ein Fehler war, von Jägern und Sammlern zu Landwirten zu werden. Konzerne und Menschenrechte sind in seiner Darstellung gleichermaßen fiktional wie Götter.

Viele der Inhalte und Betrachtungsweisen (z.B. die zentrale Rolle von Kultur und gemeinsamen Mythen wie der Existenz des Geldes) waren mir nicht neu, aber die Beispiele, die Harari heranzieht, sind teilweise interessant und ungewöhnlich. So konnte ich bei der Lektüre z.B. einiges über außereuropäische Geschichte lernen.

Das Buch schließt mit Spekulationen über die weitere Entwicklung der Menschheit. Insgesamt findet so einiges an Spekulation statt, aber sie wird immer sauber von den Fakten getrennt.

 

Stil:

Harari schreibt spannend und humorvoll. „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ ist hochinformativ, aber gelegentlich blitzt eine Vorliebe für skurrile Bilder und Vergleiche auf und er bringt auch seine eigenen Ansichten klar zum Ausdruck.

 

Fazit:

„Eine kurze Geschichte der Menschheit“ deckt auf unterhaltsame Weise Zehntausende von Jahren ab und beleuchtet wichtige Stationen und Strukturen, die den Menschen zu dem gemacht haben, was er ist. Harari bezieht klar Stellung, spekuliert und argumentiert und schöpft dabei aus einem umfangreichen Wissen um die Geschichte der verschiedensten Kulturen, aber auch aus anderen Wissenschaftsfeldern. Was das Buch auszeichnet ist der Ansatz, an jede Entwicklung der Menschheitsgeschichte die Frage „Wieso eigentlich?“ heranzutragen.

 

Die englische Originalausgabe heißt „A Brief History of Mankind“ und wurde von Jürgen Neubauer übersetzt.

 

Pantheon (2015)

ISBN: 978-3-570-55269-8

 

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