Mark Lawrence: The Wheel of Osheim (Red Queens War, Buch 3)

thewheelofosheimredqueenswarbook3Klappentext:

All the horrors of Hell stand between Snorri Ver Snagason and the rescue of his family, if indeed the dead can be rescued. For Jalan Kendeth getting back out alive and with Loki’s Key is all that matters. Loki’s creation can open any lock, any door, and it may also be the key to Jal’s fortune back in the living world. Jal plans to return to the three Ws that have been the core of his idle and debauched life: wine, women, and wagering. Fate however has other, larger, plans… The Wheel of Osheim is turning ever faster and it will crack the world unless it’s stopped. When the end of all things looms, and there’s nowhere to run, even the worst coward must find new answers. Jal and Snorri face many dangers – from the corpse-hordes of the Dead King to the many mirrors of the Lady Blue; but in the end, fast or slow, the Wheel of Osheim will exert its power. In the end it’s win or die.

 

Inhalt:

Der Himmel über der Sahara zerreißt und speit einen fluchenden jungen Mann aus: Jalan, frisch zurück aus der Welt der Toten und noch immer im Besitz von Lokis Schlüssel, einem Artefakt, das die Welt retten oder zerstören könnte. Während Jalans Reise zurück nach Vermillion erfährt man in kurzen, flashbackartigen Erinnerungen, was in Hel geschehen ist, wo Snorri noch immer nach seiner toten Familie sucht, und wie es Jalan schließlich gelungen ist, zu entkommen. Er hat jedoch auch das beunruhigende Wissen mitgebracht, dass seine ungeborene Schwester sich in dort in einen mächtigen „Unborn“ verwandelt hat und nun versucht, einen Weg in die Welt der Lebenden zu finden. Sollte es ihr gelingen, wird es ihr erstes Ziel sein, Jalan zu töten.

Doch nicht nur sie ist hinter dem Prinzen her. Auch der „Dead King“ schickt seine Horden auferstandener Leichen aus und es sieht ganz so aus, als würden die „Lady Blue“, die Magierin, die das Ende der Welt beschleunigen will, in der Hoffnung, es als einzige zu überleben, und Alica, die Königin der Red March, einander bald ein letztes Mal gegenüberstehen.

Jalan gerät immer wieder in Situationen, wo ihm alle Fluchtwege versperrt sind. So findet er sich jäh als Verteidiger Vermillions wieder und muss anschließend noch einmal die Reise zum Wheel of Osheim wagen: Dem Ort, wo die „Builder“ (wir in einigen Jahrzehnten) die Natur der Realität verändert und unwissentlich deren allmähliche Zerstörung in Gang gesetzt haben. Vielleicht besteht mit Lokis Schlüssel eine Chance, diesen Prozess zu verlangsamen und der Menschheit etwas Zeit zu erkaufen. Jalan muss es versuchen und erfährt dabei so einiges über seine Welt, die Builder und wie diese selbst als Datenechos noch weiter das Geschehen beeinflussen.

Eine kleine, mäkelige Anmerkung zum Weltentwurf könnte sein, dass die Menschen, als sie nach der nuklearen Apokalypse ihre Welt wieder aufbauten, wieder zu religiösen Überzeugungen und gesellschaftlichen Strukturen zurückkehrten, die bereits zuvor wahrscheinlich nahezu vergessen waren, aber andererseits hat die Kombination aus mittelalterlich anmutender Fantasy und den Relikten einer hochtechnisierten Kultur, die Jalan und seine Zeitgenossen regelmäßig verwirren, ein ungeheures Potential.

Jedenfalls muss sich Jalan am Wheel of Osheim seinen eigenen Ängsten und alten Feinden stellen, aber glücklicherweise tauchen auch alte Verbündete wieder auf. Es wird auch wieder deutlich, wie eng die Geschichten der beiden Trilogien „Red Queens War“ und „Broken Empire“ miteinander verflochten sind, auch wenn man sie gut unabhängig voneinander lesen kann.

 

Figuren:

Jalan ist sich in vieler Hinsicht treu geblieben: Unzuverlässig und immer mit einer Lüge auf den Lippen, die es ihm erlaubt, sich aus der Gefahr herauszuhalten. Aber er hat auch an Reife gewonnen und muss sich wiederwillig eingestehen, dass es Dinge gibt, für die selbst er zu kämpfen bereit ist. Er selbst beschreibt sich an einer Stelle folgendermaßen: „Neither the old Jalan, nor the one who left Vermillion a year ago. Perhaps a little of each – still a coward, but when you’ve looked at your old life with eyes that have seen Hell you discover a new perspective and realize that you can only be pushed so far.“ Er hat sich von vielen liebgewonnenen Illusionen über die Welt und vor allem über sich selbst getrennt.

Zahlreiche alte Bekannte haben Auftritte. Da ist nach wie vor Snorri: Ein meisterhafter Kämpfer und Geschichtenerzähler, auf sonderbare Weise im Reinen mit sich selbst und bereit, alles für diejenigen zu opfern, die er liebt. Es zeichnet sich eine Chance ab, dass er seinen Frieden mit dem Verlust seiner Familie machen und ein neues Leben beginnen wird.

Red Queen Alica ist unerbittlich und beeindruckend wie eh und je. Es war eine gute Entscheidung von Mark Lawrence, in „The Liar’s Key“ Passagen über ihre Vergangenheit einzufügen, da man so besser versteht, was sie antreibt.

Interessant sind auch die kurzen Begegnungen mit Buildern oder deren Datenechos – den geisterhaften Kopien längst verstorbener Menschen, die gegen ihren eigenen Willen mit den Geschichten verschmelzen, die über sie erzählt werden.

 

Stil:

Jalans Erzählstimme ist nach wie vor unverwechselbar: Voller bissiger Kommentare, verspielter Formulierungen und offener Eingeständnisse seiner eigenen Feigheit entlockt sie dem Leser oft ein Lächeln. Es sind aber auch beinahe lyrische Passagen und sehr kluge Beobachtungen eingeflochten, und wenn die um sich greifende Zerstörung und die persönlichen Verluste der Figuren beschrieben werden, trifft einen dies zutiefst.

 

Fazit:

Einprägsame, moralisch ambivalente Figuren, ein Stil, für den allein sich das Lesen lohnt, spannende Enthüllungen über die Welt und spektakuläre Kämpfe… „The Wheel of Osheim“ ist nicht nur das letzte, sondern auch das beste Buch in der „Red Queen’s War“-Trilogie. Sehr empfehlenswert.

HarperCollins Publishers, Juni 2016

Imprint: Harper Voyager

ISBN: 9780008171001

15,10 auf Kobo

Rezension zu „Prince of Fools“ (Red Queens War, Buch 1)

Rezension zu „The Liar’s Key“ (Red Queens War, Buch 2)

Rezension zu „Prince of Thorns“ (Broken Empire, Buch 1)

Rezension zu „Red Sister“ (First Book of the Ancestor)

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4 Kommentare zu “Mark Lawrence: The Wheel of Osheim (Red Queens War, Buch 3)”

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