Brent Weeks: Schwarzes Prisma (Lightbringer-Serie, Buch 1)

schwarzesprismaKlappentext:

Gavin Guile ist der hoch geehrte Lord Prisma. Allein seine magischen Fähigkeiten, seine Intelligenz und seine Überzeugungskraft bewahren den unsicheren Frieden im Reich. Doch Gavin bleiben nur noch fünf Jahre zu leben. Fünf Jahre, um fünf unmögliche Ziele zu erreichen.

Da erfährt er, dass er einen Sohn hat und dieser in großer Gefahr schwebt. Um den unschuldigen Jungen zu retten, muss Gavin sein dunkelstes Geheimnis offenbaren – und damit das Reich zerreißen…

 

Inhalt:

Langsam erholen sich die sieben Satrapien von dem verheerenden Krieg, den die Guile-Brüder ausgefochten haben. Doch das Reich hat tiefe Narben davongetragen und die Bewohner der Satrapie Tyrea, die sich auf die Seite von Gavins rebellischem jüngeren Bruder Dazen geschlagen hat, werden noch immer von den Gewinnern ausgebeutet und diskriminiert. Gavin Guile, Abkömmling einer der mächtigsten Familien und ausgestattet mit den einzigartigen magischen Fähigkeiten eines Prismas, möchte das ändern. Das ist nur einer seiner ehrgeizigen Pläne für die wenigen Jahre, die ihm noch bleiben – aber er hat auch ein verhängnisvolles Geheimnis.

Als in Tyrea ein ehrgeiziger König, unterstützt von dem geheimnisvollen „Farbprinzen“ gegen die Chromeria rebelliert, wird das Dorf des Jungen Kip niedergebrannt. Er wird von Gavin gerettet, der erst wenige Tage zuvor erfahren hat, dass er einen Sohn hat. Und wie sein Vater ist Kip ein „Wandler“, das heißt, er kann, wenn ihm farbiges Licht zur Verfügung steht, aus dem Nichts Materie erschaffen. Die Chromeria ist der Ort, von wo aus die Satrapien regiert und wo alle Wandler ausgebildet werden. Hierhin wird Kip von Gavin gebracht, doch sie bleiben nicht lange dort, denn Gavin muss die Stadt Garriston gegen die Rebellen verteidigen.

Im Laufe des Buches ist Gavin mit vielen schweren Entscheidungen konfrontiert und er muss sogar die Frau, die er liebt, belügen, denn er ist nicht, wer er zu sein vorgibt.

„Schwarzes Prisma“ spielt in einer detailliert geschilderten Fantasywelt mit einem originellen Magiesystem. Die sieben Satrapien haben alle ihre eigene Kultur und ihre konfliktreiche Geschichte und auch die Figuren stehen in komplexen Beziehungen zueinander. Kaum jemand enthüllt je die ganze Wahrheit über irgendetwas, und so sind alle Figuren in einem Netz aus Lügen verstrickt, so dass es gut sein kann, dass sie sich bald auf verschiedenen Seiten wiederfinden.

 

Figuren:

Gavin ist ein beeindruckender Mann und ein talentierter Blender, jemand, der genial und voller Rücksichtslosigkeit seine Pläne umsetzt, aber insgeheim an sich zweifelt und an der Last der Verantwortung zu zerbrechen bedroht. Sein Geheimnis, das in der Mitte des Buches herauskommt, ändert noch einmal alles, was man über ihn zu wissen glaubt.

Kip ist als Kind einer drogensüchtigen Mutter in einem unbedeutenden Dorf aufgewachsen. Der unscheinbare Junge, der jetzt erst von seinem Erbe und seinen Fähigkeiten erfährt, ist zunächst völlig überfordert von allem und voller Selbstzweifel und gelegentlich auch Selbstmitleid. Allerdings erahnt man darunter bereits eine außergewöhnliche Intelligenz und einen starken Willen und es ist sicher, dass er erst ganz am Anfang seiner Entwicklung steht und großes Potenzial hat.

Weitere Point-of-View-Charaktere sind Liv, eine junge Wandlerin, die aus verschiedenen Gründen einen sehr kritischen Blick auf die Chromeria hat, und Karris. Karris war früher mit Gavin verlobt, aber hat seitdem ihrem Leben eine radikal andere Richtung gegeben und riskiert nun als Schwarzgardistin ihr Leben als Leibwächterin und Spionin für die Chromeria.

 

Stil:

Weeks Stil ist schlicht, gelegentlich sogar etwas umgangssprachlich, aber liest sich flüssig. Er erzählt personal, aber in den Text sind immer wieder – oft selbstkritische und sarkastische – Gedanken der Figuren eingeflochten. Gelegentlich merkt man dem Autor die boshafte Freude daran an, die Pläne seiner Figuren durch Zufälle durchkreuzen und sie in peinliche Situationen stolpern lassen oder durch den Aufbau der Geschichte die Brüche zwischen dem, was sie zu sein vorgeben, und dem, was sie sind, zu betonen.

 

Fazit:

„Schwarzes Prisma“ ist nicht außergewöhnlich schön geschrieben, aber definitiv spannend, unterhaltsam und bildgewaltig. Welt und Magiesystem sind originell, faszinierend und gut durchdacht und Weeks bevölkert seinen Roman mit Charakteren, denen man als Leser mit ebenso viel Staunen wie Mitgefühl begegnen kann.

 

Die englische Originalausgabe heißt „The Black Prism – Lightbriner: Book One“, die Übersetzung stammt von Michaela Link.

 

E-Books der Verlagsgruppe Random House GmbH, September 2011

Imprint: Blanvalet Taschenbuch Verlag

ISBN: 9783641057992

11,99 Euro auf Kobo

 

Rezension zu „Die blendende Klinge“ (Zweiter Band der Lightbringer-Serie)

Rezension zu „The Broken Eye“ (Dritter Band der Lightbringer-Serie)

Rezension zu „The Blood Mirror“ (Vierter Band der Lightbringer-Serie)

Rezension zu „Der Weg in die Schatten“ (Erster Band der Schatten-Trilogie)

Rezension zu „Am Rande der Schatten“ (Zweiter Band der Schatten-Trilogie)

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6 Kommentare zu “Brent Weeks: Schwarzes Prisma (Lightbringer-Serie, Buch 1)”

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