Teresa Frohock: Los Nefilim

losnefilimKlappentext:

Collected together for the first time, T. Frohock’s three novellas–In Midnight’s Silence, Without Light or Guide, and The Second Death–brings to life the world of Los Nefilim, Spanish Nephilim that possess the power to harness music and light in the supernatural war between the angels and daimons. In 1931, Los Nefilim’s existence is shaken by the preternatural forces commanding them … and a half-breed caught in-between.

Diago Alvarez, a singular being of daimonic and angelic descent, is pulled into the ranks of Los Nefilim in order to protect his newly-found son. As an angelic war brews in the numinous realms, and Spain marches closer to civil war, the destiny of two worlds hangs on Diago’s actions. Yet it is the combined fates of his lover, Miquel, and his young son, Rafael, that weighs most heavily on his soul.

Lyrical and magical, Los Nefilim explores whether moving towards the light is necessarily the right move, and what it means to live amongst the shadows.

 

Inhalt:

Barcelona 1931: Nicht nur die Welt der Menschen eilt auf einen zweiten Weltkrieg dazu, auch in der Welt der Engel und Dämonen brauen sich damit verflochtene Konflikte zusammen. Los Nefilim, die unsterblichen Nachkommen von Engeln und Menschen, stehen zunächst auf der Seite der Engel. Doch bald stellt sich heraus, dass es auch unter diesen Differenzen gibt und die Nefilim ihnen nicht mehr trauen können.

Diago, in dessen Adern nicht nur Engels-, sondern auch Dämonenblut fließt, hat bisher alle Parteien auf Abstand zu halten, soweit es ihm angesichts seiner Liebe zu dem Nefil Miquel möglich ist. Aber dann bringen die Intrigen eines Engels Miquel in Gefahr und Diago erfährt, dass er einen Sohn hat – Rafael. Um Rafael und Diago zu schützen, muss er sich Engeln und Dämonen entgegenstellen, aber auch lernen, die Hilfe anderer Nefilim zu akzeptieren und sich deren Vertrauen zu verdienen.

„Los Nefilim“ besteht aus drei unmittelbar aufeinander folgenden und aufeinander aufbauenden Geschichten, in denen es Miquel und Diago mit verschiedenen Gegenspielern zu tun bekommen. Dabei erfährt man einiges über die Magie der Nefilim und Engel, die über zusätzliche Stimmbänder verfügen, mit denen sie Zauber singen können, und auch über Geschöpfe wie die vampirischen Aulaq, bei denen es sich um von dämonischen Kräften korrumpierte Nefilim handelt. Das originelle Magiesystem ist eine der Stärken des Buches.

Interessant ist auch das ungewöhnliche Setting im Spanien der 30er Jahre. Vielleicht hätte eine detailliertere Beschreibung Barcelonas dem Buch gutgetan, aber an sich sind Schauplatz und Zeit gut gewählt, weil das Wissen um den weiteren Geschichtsverlauf eine spannungsreiche Atmosphäre schafft.

Ein großes Thema von „Los Nefilim“ ist Diagos Auseinandersetzung mit seiner Vergangenheit, denn er begegnet unter anderem dem Vater wieder, der ihn einst verlassen hat. Insgesamt liegt der Fokus der Geschichte, obwohl es auch einiges an Action gibt, vor allem auf den Charakteren.

 

Figuren:

Diago trägt schwer an seiner Vergangenheit und hat Schwierigkeiten damit, seine selbstgewählte Einsamkeit aufzugeben. Doch seinem Lebensgefährten Miquel und später auch seinem Sohn Rafael gelingt es mühelos, zu ihm durchzudringen und seine liebevolle, bedingungslos loyale Seite zum Vorschein zu bringen. Miquel und Diago führen eine enge, nahezu konfliktfreie Beziehung, auch wenn der ältere, misstrauischere Diago Hemmungen hat, sich öffentlich dazu zu bekennen.

Es fallen sehr viele Andeutungen zu Diagos Vorgeschichte, so dass man sich viel zusammenreimen kann, aber die Informationen kommen allmählich und bleiben lückenhaft. Man erfährt, dass er in der Vergangenheit einen schwerwiegenden Verrat begangen hat, aber das lässt sich kaum mit dem Diago in Einklang bringen, dem man in der Gegenwart begegnet. Vielleicht sind er und seine Familie ein bisschen zu idealisiert gezeichnet, aber andererseits liest sich das auch angenehm.

Neben Diago und seiner Familie lernt man auch diverse Engel, Dämonen und Nefilim kennen, darunter Guillermo, der Anführer der spanischen Nefilim, der Diago sein Vertrauen schenkt und unverbrüchlich auf der Seite seiner Nefilim steht.

Einige Figuren wie der aggressive, intolerante Nefilim Garcia und der Dämon Moloch sind ganz klar als unsympathische Antagonisten konzipiert, wieder andere jedoch werden mit der Zeit differenzierter oder aber haben verborgene Motive.

 

Stil:

„Los Nefilim“ liest sich angenehm und flüssig und arbeitet geschickt mit dem Kontrast zwischen der perfekten kleinen Welt, die Diago, Miquel und Rafael sich schaffen, und den Bedrohungen, denen sie sich stellen müssen. Obwohl die Gefahren, mit denen sich die Figuren auseinandersetzen, durchaus real und schwerwiegend sind, ist der Grundton des Buches optimistisch und Diago, seine Familie und seine Freunde stellen immer wieder fest, dass sie sich auf sich selbst und vor allem aufeinander verlassen können.

 

Fazit:

Teresa Frohock hat es geschafft, das bekannte Motiv von Engeln, Dämonen und Nefilim auf ganz eigene Weise zu interpretieren und hat dazu unter anderem ein spannendes, auf Musik basierendes Magiesystem geschaffen. „Los Nefilim“ ist vergleichsweise klein und (auch durch das Format bedingt) episodisch angelegt. Im Zentrum steht die Entwicklung des Nefil Diago, der in die Konflikte von Engeln und Dämonen hineingezogen wird, sich aber vor allem auch seiner Vergangenheit stellen muss.

 

Harper Collins, April 2016

Imprint: Harper Voyager

ISBN: 9780062428967

 

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