N.K. Jemisin: The Inheritance Trilogy (The Hundred Thousand Kingdoms, The Broken Kingdom, The Kingdom of Gods + The Awakened Kingdom)

61istw11wulKlappentext

Gods and Mortals

Power and Love

Death and Revenge

She will unleash them all

 

Inhalt

Seit dem zerstörerischen Krieg der Götter, aus dem der Gott Itempas als Sieger hervorgegangen ist, sind Jahrhunderte vergangen. Itempas sterbliche Verbündete, die Arameri-Familie, herrscht unangefochten über die hunderttausend Königreiche, denn sie verfügen über eine mächtige Waffe: Itempas besiegte Geschwister, an menschliche Körper gebunden und gezwungen, jedem Befehl der Arameri Folge zu leisten.

Als Yeine nach dem Tod ihrer Mutter, einer Arameri im Exil, in den Sitz der Familie beordert wird, muss sie sich gegen viele Gefahren behaupten. Nicht nur die anderen Arameri, denen Macht, Kontrolle und Ordnung mehr bedeuten als Loyalität, Liebe oder Menschenleben, sind eine Gefahr, auch die versklavten Götter haben ganz eigene Pläne, in denen Yeine eine Hauptrolle zukommt.

Yeine muss sich einer ganzen Reihe unangenehmer Wahrheiten stellen. Über ihre Mutter, aber auch über sich selbst und nicht zuletzt die Götter und die Beschaffenheit der Welt.

„The Hundred Thousand Kingdoms“ endet mit Ereignissen, die das politische Machtgefüge aber auch die Beschaffenheit des Universums ändern. Das nächste Buch setzt viel später ein. Viele Götter haben wieder einen Auftritt, aber die Welt der Sterblichen hat sich in der Zwischenzeit weiterentwickelt. Gesellschaft, Magiesystem und Pantheon sind in ständigem Wandel begriffen und so sind die drei Bände, die mehrere Jahrhunderte umspannen, sehr verschieden und erlauben es dem Leser, die Entwicklung der Welt über eine lange Zeit hinweg zu verfolgen.

In der „Inheritance Trilogy“ geht es um politische Intrigen unter den Arameri und welterschütternde Konflikte zwischen Göttern, aber es sind die Charaktere und ihre Beziehungen, die im Vordergrund stehen. Da sind jahrtausendealte Fehden zwischen Göttern, die einander ebenso sehr lieben wie hassen, Liebe zwischen Göttern und Sterblichen, die für beide Seiten gefährlich werden kann, und die komplizierten Familienbande zwischen den Arameri, wo keine Beziehung nicht von politischem Kalkül überschattet ist.

In jedem Buch steht eine andere Person als Ich-Erzähler im Vordergrund und jedes Mal ist es ein anderer Konflikt, der sie bedroht, aber bestimmte Figuren treten immer wieder auf, und es ist interessant, sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen.

In der „Inheritance Trilogy“ sind sie eher selten, aber wenn große Auseinandersetzungen zwischen Göttern oder menschlichen Magiern geschildert werden, dann sind sie dramatisch und bildgewaltig. Man erhält auch kurze Einblicke in eine Vielzahl interessanter Kulturen und es werden auf differenzierte, unaufdringliche Weise verschiedene gesellschaftliche Fragen angerissen.

 

Figuren

Im Laufe der drei Bände lernt man viele Figuren kennen und kann einigen von ihnen dabei zusehen, wie sie sich über Jahrhunderte hinweg entwickeln. Die beiden ersten Bände sind aus der Sicht von menschlichen Protagonistinnen erzählt. Beide sind starke, eigenwillige Figuren, die sehr verschieden sind, und die man gerne begleitet. Ihre Beziehungen zu den verschiedenen anderen Menschen und Göttern, denen sie begegnen, sind komplex und detailliert geschildert.

Bei den Göttern ist es Jemisin gelungen, sie gleichermaßen menschlich und fremdartig zu machen. Es gibt auch unter ihnen Unterschiede. Zum Beispiel ist Nahadoth, die Inkarnation von Chaos und Dunkelheit, deutlich fremdartiger und beängstigender als die sehr viel menschlicheren „Godlings“, die sich viel unter den Sterblichen bewegen und sich gar nicht so sehr von ihnen unterscheiden. Jeder Gott ist einem bestimmten Aspekt der Realität zugeordnet und wird geschwächt, wenn er dessen „Antithese“ begegnet. So muss Sieh, der ewig junge Trickster und Gott der Kindheit, sich davor hüten, die Rolle eines verantwortungsvollen Erwachsenen einzunehmen. Als ewiges Kind mit den (bitteren) Erfahrungen von Jahrtausenden ist er – die Hauptfigur des dritten Bandes – eine interessante Figur.

 

Stil

Jeder der Ich-Erzähler hat seine ganz eigene Stimme und in ihrer Erzählweise schwingt viel von ihrem Charakter mit. Am deutlichsten wird das in der im Sammelband inkludierten Erzählung „The Awakened Kingdom“, welche von der jungen Göttin Shill chaotisch und aufgeregt erzählt wird. Das Tempo der Handlung selbst ist jedoch meist eher ruhig und man erfährt viele Details über Welt und Figuren.

 

Fazit

Die „Inheritance Trilogy“ ist langsame, charakterzentrierte Fantasy, die den stetigen Wandel einer Welt über Jahrhunderte schildert. Die Bücher kreisen um Liebe, Rache, Familie und deren Bedeutung für Menschen und Götter. Es lohnt sich durchaus, die gesamte Trilogie zu lesen, einfach, weil sich so die Blickwinkel auf die Figuren vervielfachen und die Entwicklung der Welt interessante Wendungen nimmt (im Fall der Magie wirkt einiges ein wenig willkürlich und nachträglich ausgedacht, aber da die Grundidee die einer Welt ist, deren Entwicklung noch lange nicht abgeschlossen ist, fügt sich das in den Weltentwurf).

 

Die 3 Bände sind als „Die Erbin der Welt“, „Die Gefährtin des Lichts“ und „Die Rivalin der Götter“ übersetzt von Helga Parmiter auf Deutsch erschienen.

Verlag: Orbit (9. Dezember 2014)

 

ISBN: 978-0316334006

18,07 Euro als Taschenbuch

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