Justin Cronin: The City of Mirrors (Book Three of the Passage-Trilogy)

thecityofmirrorsKlappentext:

The plague that almost ended humanity is finally over. For a new generation of children, the once-feared virals have begun to seem almost like imaginary monsters, creatures from a fairy tale they no longer believe in. For Alicia, however, the bad dreams can never be forgotten. And the voice in those dreams is lading her towards one of the great cities of The Time Before. The ruined city of New York.

Ruined but not empty. For this is the final refuge of Zero, the first and most terrible product of the viral experiment. And Alicia knows that the nightmare can never truly be over before he is destroyed. But what she finds is not what she’s expecting: An opponent at once deadlier and more human than she could ever have imagined, who takes her on a terrifying journey into the past to learn how it all began.

And to find out how it must end.

 

Achtung: Spoiler für Bd. 2 “The Twelve”/ “Die Zwölf”

 

Inhalt:

Jahre sind vergangen, seit die elf Todeskandidaten, die den Großteil der Bevölkerung Nordamerikas mit dem Vampirvirus infiziert haben, zerstört wurden und die Schwärme von ihnen infizierter Virals in den Tod gerissen haben. Die Menschen haben aufgehört, die albtraumhaften Kreaturen zu fürchten. Nur wenige wissen oder machen sich Sorgen darum, dass in den Ruinen New Yorks noch immer der älteste und mächtigste aller Virals lauert: Timothy Fanning, einst selbst ein Mensch, nun entschlossen, die gesamte Menschheit auszulöschen. Eine neue Generation wächst heran, ohne die Dunkelheit zu fürchten und wieder werden Siedlungen vor den schützenden Mauern der Städte errichtet.

Doch es gibt diejenigen, die die Bedrohung nicht vergessen können und ahnen, dass die Virals zurückkommen werden: Darunter ist der ehemalige Soldat und Mystiker Lucius Greer, der den Kontakt zu Amy und Anthony Carter hält, die sich auch als Virals noch einen Rest ihrer Menschlichkeit bewahrt haben und nur darauf warten, den Kampf gegen Fanning aufzunehmen. Auch Michael traut dem Frieden nicht. Besessen arbeitet er daran, ein altes Containerschiff wieder seetüchtig zu machen, um damit wenigstens einige Menschen in Sicherheit zu bringen. Alicia hingegen ahnt nicht nur, dass die Bedrohung noch immer besteht, sie weiß es. Sie folgt ihren Träumen nach New York, wo Fanning, dessen Virus sie in sich trägt, sie erwartet.

Dort breitet er seine Lebensgeschichte vor ihr aus und enthüllt ihr einen Plan, dessen Umsetzung bereits begonnen hat. Sie kommt jedoch zu spät, um ihre Freunde zu warnen. In einer Serie albtraumhafter Szenen kehren die Virals zurück. Sie sind so tödlich und beängstigend wie zuvor, vielleicht noch mehr, da sie nun von Fanning dirigiert werden. Während Michael und Peter verzweifelt daran arbeiten, die Überlebenden zu evakuieren, weiß Amy, dass die Zeit gekommen ist, die Konfrontation mit ihrem übermächtigen Feind zu suchen.

Wie die Vorgängerbände ist „The City of Mirrors“ in mehrere Überkapitel unterteilt, zwischen denen teilweise große Zeitsprünge liegen. Szenen des Horrors und dramatischer Action wechseln sich mit langen Passagen ab, in denen Menschen und ihre Beziehungen wachsen, altern und sich verändern. Ein langer Abschnitt trägt die Leser zurück in eine verlorene Welt und in das Leben des Mannes, der schließlich zu Zero werden wird und der sein Leben von seiner Jugend bis nach seiner Infektion erzählt. Bis zu diesem Moment hätte man diesen Abschnitt auch aus dem Buch herauslösen und als ziemlich guten, kurzen Belletristik-Roman verkaufen können.

Teile der Geschichte spielen auch in einer Sphäre, die Amy die „Welt hinter der Welt“ nennt und in der Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit ineinanderfließen und Lebende und Tote einander begegnen. Von hier stammen offenbar die rätselhaften Vorahnungen und Erkenntnisse aus den Vorgängerbänden. Es gibt auch einige neue Enthüllungen über die Virals, gerade über die ursprünglichen Zwölf. Natürlich wurden die Regeln, denen diese Wesen unterworfen sind, nie erklärt, weil keine der Figuren sie so wirklich verstanden hat, es gibt also keine expliziten Widersprüche. Trotzdem fühlt sich einiges ein wenig inkonsistent an, weil es bisher nie Erwähnung gefunden hat und fast wie ein nachträglicher Einfall wirkt.

Figuren:

Die handelnden Personen sind zu einem Großteil die Überlebenden der Vorgängerbände: Peter, der nun, deutlich gealtert, die Verantwortung für ganz Kerrville trägt und in seinen Träumen ein gemeinsames Leben mit Amy lebt, dass sie so nie haben konnten. Alicia, die den Verlust eines totgeborenen Kindes überwinden muss und gegen den Hunger der Virals und die Kontrolle Fannings kämpft. Michael, der die Einsamkeit sucht und besessen an seinem Schiff arbeitet. Sie alle haben sich verändert und entwickeln sich auch weiterhin weiter. Aber auch eine neue Generation ist auf den Plan getreten. Zum Beispiel sind Caleb und Kate erwachsen geworden und haben mittlerweile eigene Kinder.

Erst etwas später im Buch treten Amy und Anthony Carter wieder in Erscheinung. Amy ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Schicksal, dass sie schließlich zu Fanning führen wird, und ihrem Wunsch, ein Mensch zu sein und andere Menschen – vor allem Peter – lieben zu können. Anthony Carter ist wieder ein Point-of-View-Charakter und bekommt einen ziemlich beeindruckenden heroischen Moment.

Fanning/Zero ist in einem Großteil seiner Zeit als Mensch ein sympathischer Charakter und später ein beängstigender Antagonist, aber gelegentlich wollen seine Aktionen nicht so recht zusammenpassen.

Stil:

Cronin schreibt flüssig und präzise und schöpft aus einem reichen Wortschatz. Er schafft es, sowohl ruhige, zwischenmenschliche Szenen als auch den schieren Horror der Viral-Angriffe eindringlich zu schildern und natürlich wirkende Dialoge zu schreiben.

Fazit:

„The City of Mirrors“ wirkt teilweise ein wenig inkonsistent, aber hat zugleich einige der großen Stärken des ersten Teils: Die Virals sind eine reale Bedrohung und wirklich unheimlich, die Folgen ihrer Angriffe wird in gnadenloser Detailtreue beschrieben. Die Menschen und ihre Leben und Beziehungen sind realistisch, differenziert und mit großer Ruhe und Behutsamkeit geschildert. Cronin erzählt in einem eigenwilligen Tempo, mit großen Sprüngen in Ort, Zeit und Fokus, was für diese Jahrhunderte umspannende Geschichte gut funktioniert. Alles in allem hat die (post)apokalyptische Trilogie einen würdigen Abschluss gefunden.

 

Im Oktober 2016 erscheint „The City of Mirrors“ als „Die Spiegelstadt“ in der Übersetzung von Rainer Schmidt auf Deutsch.

Rezension zum ersten Teil der Trilogie „Der Übergang“

Orion, Mai 2016

Imprint: Orion

ISBN: 9781409151005

 

 

 

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