Patrick Rothfuss: The Name of the Wind (Kingkiller-Chronicles, Buch 1)

The+Name+of+the+WindKlappentext:

My name is Kvothe. I have stolen princesses back from sleeping barrow kings. I burned down the town of Trebon. I have spent the night with Felurian and left with both my sanity and my life. I was expelled from the University at a younger age than most people are allowed in. I tread paths by moonlight that others fear to speak of during day. I have talked to Gods, loved women, and written songs that make the minstrels weep.

You may have heard of me.

So begins a tale unequaled in fantasy literature – the story of a hero told in his own voice. It is a tale of sorrow, a tale of survival, a tale of one man’s search for meaning in his universe, and how that search, and the indomitable will that drove it, gave birth to a legend.

Inhalt

Das abgelegene “Waystone Inn” wird von dem verschlossenen Wirt Kote und seinem Assistenten Bast geführt. Als ein Mann, der sich „Der Chronist“ nennt, einem Gerücht dorthin folgt, finden sich seine Hoffnungen bestätigt: Kote ist niemand anderes als der legendäre Kvothe und auch Bast ist etwas anderes, als er zu sein vorgibt.

Nur wenige Jahre trennen Kote von dem Mann aus den Geschichten, aber er scheint sein früheres Ich vollkommen vergessen zu wollen. Nur mit Mühe kann der Chronist ihn schließlich überzeugen, ihm seine Geschichte zu erzählen.

Es ist die Geschichte eines Kindes wandernder Schauspieler, das sich schon früh als Genie entpuppt. Von seinen Eltern und wechselnden Weggefährten lernt Kvothe mühelos Musik, Schauspiel, Wissenschaft und andere Fähigkeiten zu meistern und erfährt von der Universität, die nicht nur für ihre große Bibliothek berühmt ist, sondern an der neben traditionellen Fächern auch etwas gelehrt wird, das Magie ziemlich nahe kommt.

Als seine Eltern beschließen, ein Lied über die Chandrian – dämonische Gestalten aus fragmentarischen Legenden – zu verfassen, wissen sie nicht, was sie damit heraufbeschwören. Wenig später ist Kvothe ein Waisenkind, verfolgt von dem Anblick seiner ermordeten Eltern und ihren Mördern, denen er nur knapp entkommen ist: Wesen, die eindeutig keine Menschen waren.

Sein Weg verläuft keineswegs gradlinig, aber führt ihn schließlich an die Universität, wo er Freund- und Feindschaften pflegt, Musik macht, sich mit ökonomischen Schwierigkeiten herumschlägt, lernt, und den Grundstein für die ersten Legenden um seine Person legt.

Bereits früh im Buch fallen Andeutungen über Ereignisse epischen Ausmaßes, in die Kvothe schließlich verwickelt werden wird, aber in „The Name of the Wind“ geschieht nur ein Bruchteil dessen, was der Klappentext und die Gespräche zwischen Kvothe, Bast und dem Chronisten andeuten und es bleibt auch unklar, welches Ereignis Kvothe zu einem so radikalen Bruch mit seiner Vergangenheit bewegt hat. Am Ende des Buches steht der Leser mit mehr Fragen als Antworten da.

Trotzdem ist „The Name of the Wind“ trotz des eher gemächlichen Tempos, in dem die Handlung voranschreitet, spannende Lektüre. Nachdem man sich erst einmal von den Erwartungen befreit hat, die man von der Lektüre anderer Fantasy-Romane mitbringt, genießt man es, sich auf diese Geschichte einzulassen, die sich ganz der Entwicklung von Kvothes Charakter widmet. Über die Welt, ihre Organisation und Geschichte erfährt man wenig, aber wirkungsvolle Details lassen sie trotzdem real erscheinen. Magie und die Existenz nichtmenschlicher Wesen treten noch nicht in den Vordergrund, aber ihre Realität und die Legenden, die sich um sie ranken, durchdringen das ganze Buch auf subtile Weise.

Und nicht zuletzt häufen sich auch in der Gegenwart die Anzeichen, dass eine große Veränderung bevorsteht und das ruhige, zurückgezogene Leben in Kotes Dorf bald ein Ende finden wird.

Figuren

Im Zentrum des Buches steht eindeutig Kvothe, den wir als begabtes, neugieriges Kind, verzweifelten Bettler, ehrgeizigen jungen Mann und schließlich als den desillusionierten Kote erleben, der älter als seine Jahre zu sein scheint. Kvothe ist einerseits beinahe unrealistisch genial, aber trotzdem zutiefst menschlich und begeht auch einige dumme Fehler.

Auch die Figuren, mit denen er im Laufe seines Lebens Kontakt hat, sind plastisch und differenziert. Sie haben ihren ganz eigenen Charakter, eigene Geschichten, und in vielen Fällen auch eine ganze Menge Geheimnisse, die größtenteils unaufgeklärt bleiben.

Stil

In „The Name of the Wind“ ist eine unglaubliche Sorgfalt auf eine ebenso präzise wie poetische Sprache verwendet worden, die Figuren, Orte und Stimmungen gleichermaßen zum Leben erwachen lässt.

Fazit

„The Name of the Wind“ überzeugt aus anderen Gründen, als man erwarten würde. Kvothes Geschichte nimmt nicht den für so viele Fantasy-Geschichten typischen geraden Pfad hin zu einem dramatischen Finale, sondern mäandert gemächlich vor sich hin, aber man begleitet ihn trotzdem gerne, getragen vom reifen, schönen Stil des Buches. Dennoch fragt man sich, ob es dem Autor gelingen wird, in den Folgebänden all die Versprechen einzulösen und Fragen zu beantworten, die „The Name of the Wind“ aufwirft.

Das Buch ist auf Deutsch als „Der Name des Windes“ erschienen.

Orion, April 2010

Imprint: Gollancz

ISBN: 9780575087057

 

 

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