George R.R. Martin: Das Urteil der Sieben (Der Heckenritter von Westeros, Buch 1)

Der+Heckenritter+von+WesterosKlappentext:

Ein Jahrhundert vor den Ereignissen in der Bestsellersaga Das Lied von Eis und Feuer nimmt der Knappe Dunk das Schwert seines verstorbenen Herren an sich, um selbst Ritter zu werden. Doch „Ser Duncan“ hat noch viel zu lernen über die Welt der Edlen und Mächtigen. Beim Versuch, am Turnier teilzunehmen, macht er sich ebenso viele Feinde wie Freunde. Dunk ist ein fähiger Kämpfer mit einem starken Ehrempfinden. Doch wird das reichen, um ihn in den Augen der Welt als wahren Ritter dastehen zu lassen? Oder ist er nur ein fehlgeleiteter junger Mann, der sich und andere in tödliche Gefahr bringt?

Inhalt:

„Das Urteil der Sieben“ enthält drei chronologisch aufeinanderfolgende Novellen über Duncan, der als niedrig geborener und meist völlig mittelloser „Heckenritter“, durch Westeros zieht und sich vorübergehend verschiedenen Lords verpflichtet. In der Hackordnung der Mittelalterwelt von Westeros steht er kaum über dem einfachen Volk. Bei seinem ersten Turnier lernt er Ei kennen, den vorlauten Jungen, der sein Knappe werden wird und der ein bedeutendes Geheimnis hütet. Er gerät aber auch mit einem Abkömmling der Herrscherfamilie der Targaryens aneinander, gewinnt in einem anderen Tagaryen einen Unterstützer und wird so in deren Auseinandersetzungen verwickelt. Er ist – wie viele Westerosi – auch immer wieder mit dem Erbe des letzten großen Machtkampfes der Targaryens konfrontiert, der das Land immer noch spaltet und für einige Lords noch kein Ende gefunden hat. Erst allmählich lernt Duncan, sich in der Welt der Mächtigen zurechtzufinden, in welcher seine eigene Position mehr als prekär ist.

„Das Urteil der Sieben“ kommt im Gegensatz zu „Das Lied von Eis und Feuer“ mit einem einzigen Point-of-View Charakter aus, ist aber in einen komplexen geschichtlichen Kontext eingebettet. Es werden auch die Themen gestreift, die in „Das Lied von Eis und Feuer“ immer wieder eine große Rolle spielen: Alte Fehden, widerstreitende Loyalitäten, Machtgier, die gedankenlose Grausamkeit der Mächtigen und Menschen, die es mitunter einen hohen Preis kosten kann, ihrem Ehrenkodex zu folgen.

Figuren:

Auf seinen Reisen durch Westeros lernt Duncan eine Vielzahl von Charakteren kennen, die teilweise sehr kurze Auftritte haben, unter denen es aber auch lebendig und differenziert gezeichnete Figuren gibt, welche eine ganze Weile dabei bleiben und Beziehungen mit Duncan entwickeln.

Duncan selbst ist noch jung und unerfahren und nach eigener Aussage nicht besonders klug, aber auch keineswegs dumm. Vor allem aber ist er ein ehrlicher, nachdenklicher Mann, der sich aufrichtig bemüht, das Richtige zu tun. Häufig gelingt es ihm sogar.

Sein Knappe Ei ist gewitzt und gutherzig und kennt sich dank seines Hintergrundes in mancher Hinsicht besser aus als Duncan, hat dafür in anderer aber auch viel zu lernen.

Stil:

Martin schildert gekonnt die verschiedenen Aspekte seiner Welt: Den Glanz der Turniere ebenso wie die Armut der Heckenritter, die Schwächen seiner Figuren ebenso wie ihre guten Momente. Informationen über die Geschichte des Landes werden gekonnt mit der Geschichte verwoben. Die Sprache der Novellen ist sehr schlicht gehalten, aber dafür präzise und nahe an Duncans Wortwahl und Denkweise. Allein die epische Breite, mit welcher Kleidung und Wappen beschrieben werden, erschöpft gelegentlich.

Fazit:

Obwohl  „Das Urteil der Sieben“ in puncto Komplexität und Tiefe hinter „Das Lied von Eis und Feuer“ zurückbleibt (was allein schon mit dem geringeren Umfang zu tun hat, jede der drei Novellen hat nur etwa 130 Seiten), zeichnet Martin durchaus ein differenziertes Bild seiner Welt und Protagonisten und beleuchtet die Vergangenheit der Tagaryen-Familie. „Das Urteil der Sieben“ ist gradlinig, unterhaltsam und eignet sich gut zur Lektüre zwischendurch. Es ist wahrscheinlich gerade für diejenigen, die „Das Lied von Eis und Feuer“ oder auch das sehr schöne „Westeros“/ „The World of Ice and Fire“ gelesen haben und die Ereignisse von „Das Urteil der Sieben“ daher historisch verorten können, eine willkommene Ergänzung.

 

Aus dem Englischen von Andreas Helweg und Joachim Körber, Originaltitel: „A Knight of the Seven Kingdoms“

 

Penhaligon Verlag, September 2013

Imprint: Penhaligon Verlag

ISBN:9783641120139

11,99 EUR auf Kobo

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