Mark Lawrence: The Liar’s Key (Red Queen’s War, Buch 2)

The+Liar’s+Key+(Red+Queen’s+War,+Book+2)Klappentext

The Red Queen has set her players on the board… Winter is keeping Prince Jalan Kendeth far from the luxuries of his southern palace. And although the North may be home to his companion, the warrior Snorri ver Snagason, he is just as eager to leave. For the Viking is ready to challenge all of Hel to bring his wife and children back into the living world. He has Loki’s key – now all he needs is to find the door. As all wait for the ice to unlock its jaws, the Dead King plots to claim what was so nearly his – the key into the world – so that the dead can rise and rule.

 

Inhalt

Jalan und Snorri sind aus dem hohen Norden zurückgekehrt, Jalan nur darauf aus, in seine Heimatstadt zurückzukehren, Snorri besessen von dem Gedanken, mit Lokis Schlüssel das Tor ins Reich der Toten zu öffnen und seine Familie zu retten. Widerwillig begleitet Jalan ihn dabei – wie er meint nur ein Stück weit. Allerdings ist Lokis Schlüssel nicht nur der Schlüssel zu jeder Tür, sondern auch zu den Plänen der Magier, die hinter den Thronen der Könige des „Broken Empire“ stehen, und einen geheimen Krieg ausfechten, in dem es um das Fortbestehen der Welt geht.

In „Prince of Fools“ erfährt man zwar einige Namen und dass es diese Pläne gibt, aber in „The Liar’s Key“ findet Jalan endlich mehr über sie heraus.

Der Handlung fehlt es an der Gradlinigkeit und klaren Struktur des Vorgängerbandes: Eine unvorhergesehene Wendung folgt auf die andere und Jalan, dessen Pläne nie über die Vermeidung von Unannehmlichkeiten hinausgehen, reagiert meist nur auf die Ereignisse.

Positiv an der eher ziellosen Wanderung der Figuren ist,  dass sie Leser an bisher unbekannte Orte in der faszinierenden postapokalyptischen Fantasy-Mittelalter-Welt des „Broken Empire“ führt. Es kommen auch neue Figuren hinzu, aber über einen weiten Teil des Buches sind es gerade die Enthüllungen über die Welt und das undurchsichtige Spiel der Magier, die die Spannung tragen.

Ein Zauber, der ihn Visionen aus der Vergangenheit seiner Familie sehen lässt, beschert Jalan unerwartete und schockierende Erkenntnisse über sich selbst, aber auch einige Details über die Vergangenheit seiner Großmutter, der Roten Königin. Irgendwie gelingt es dem Autor in diesen Szenen, sie gleichzeitig furchteinflößender und menschlicher erscheinen zu lassen. Bis zuletzt bleibt die Handlung unvorhersehbar und das Buch endet in einem ziemlich gemeinen Cliffhanger.

 

Figuren

Jalan erzählt in gewohnt trockenem Ton aus der Perspektive eines bekennenden Feiglings und Egozentrikers. Dabei bleibt er sich, obwohl er sich weiterentwickelt und durchaus seine inneren Konflikte hat, das ganze Buch hindurch treu. Es gelingt ihm allerdings auch, den Leser zu überraschen. Obwohl er einige Eigenschaften hat, die ihn nicht unbedingt sympathisch machen und seine Tendenz dazu, unangenehme Wahrheiten auszublenden, gelegentlich ziemlich nervtötend ist, fiebert man unweigerlich mit ihm mit. Seine Perspektive ist auch deshalb gut gewählt, weil die wenigen Dinge, die es schaffen, durch seine Mauer aus Selbstbezogenheit und Illusionen zu dringen, ihn und den Leser umso intensiver treffen.

Snorri tritt teilweise etwas in den Hintergrund, auch weil sein und Jalans Weg sich eine Zeit lang trennen. Aber auch als sie noch gemeinsam unterwegs sind, ist er verschlossen und vor allem von seinem Ziel besessen.

In der Hexe Kara erhalten er und Jalan eine unerwartete Begleiterin, die ihre eigenen Pläne hat und mit der einen oder anderen Überraschung aufwartet. Obwohl sie sehr wichtig für die Handlung ist, verhindern die Geheimnisse, die sie umgeben, dass man allzu viel von ihr als Figur mitbekommt.

Das Buch profitiert wie schon erwähnt sehr von den Rückblenden, die Jalan schließlich zwingen, sich mit einigen bisher verdrängten Fakten auseinanderzusetzen und unerwartete Emotionen in ihm wecken. Vor allem aber beleuchten sie die Vergangenheit der Roten Königin und ihrer Geschwister. Nicht unbedingt in chronologischer Reihenfolge bekommt man mit, wie Alica aus einem wütenden Kind zu einer beängstigenden Anführerin und schließlich einer Königin wird, die immer wieder große Opfer bringen muss, um eine schlimmere Katastrophe zu verhindern.

 

Sprache

Das Buch beginnt mit einem atmosphärischen Prolog über den Ursprung des Schlüssels.  Anschließend übernimmt Jalan als Ich-Erzähler mit einer individuellen Stimme und einer Menge bissiger Kommentare über seine Umgebung und Zeitgenossen. Die Sprache von „The Liar’s Key“ ist außergewöhnlich: Präzise, oft witzig und stellenweise beinahe lyrisch. Sie transportiert die Komik einiger Situationen ebenso wie die emotionale Wucht von anderen.

 

Fazit

„The Liar’s Key“ wirkt mit seiner faserigen Handlung ein wenig ein Brückenband zwischen Teil 1 und 3 der Trilogie. Dennoch wartet das Buch mit überraschenden Wendungen, einem furiosen Ende, lebendigen Figuren, einer faszinierenden Welt und vor allem einem außergewöhnlich gelungenen Stil auf. Leser der „Broken Empire“-Trilogie werden die Verzahnung der „Red Queen’s War“-Reihe mit deren Ereignissen zu schätzen wissen.

HarperCollins Publishers, Juni 2015

Imprint: Harper Voyager

ISBN: 9780007531592

13,55 EUR auf Kobo

Rezension zu „Red Queens War: Prince of Fools“

Rezension zu „Red Queens War: The Wheel of Osheim“

Rezension zu „The Broken Empire: Prince of Thorns“

Rezension zu „First Book of the Ancestor: Red Sister“

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4 Kommentare zu “Mark Lawrence: The Liar’s Key (Red Queen’s War, Buch 2)”

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