Lilith Saintcrow: Teufelsbraut (Dante Valentine – Dämonenjägerin, Buch 1)

DanteValentine.jpgKlappentext

Die Kopfgeldjägerin Dante Valentine wird vom Teufel per
sönlich in die Hölle gerufen, der ihr einen Auftrag anbietet. Sie soll einen Dämon aufspüren, der ein wertvolles Artefakt aus der Hölle gestohlen hat. Und dem Teufel kann man schlecht eine Bitte abschlagen, vor allem, wenn das eigene Leben davon abhängt. Am geheimnisvollsten ist jedoch Dantes neuer Begleiter, der wortkarge, grünäugige Dämon Japhrimel…

Inhalt

Die Welt, in der „Dante Valentine“ spielt, ist unserer ganz ähnlich – mit einem kleinen Unterschied: Die Hölle, inklusive all ihrer Bewohner, ist real, und es ist nur dem Interesse der technisch und wissenschaftlich versierten Dämonen zu verdanken, dass sich die Menschheit überhaupt entwickeln konnte. Unter den Menschen gibt es sogenannte Psione – Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, darunter Schamanen, Skinlin (Hexer mit einer besonderen Affinität zu Pflanzen), Sedayeen (Heiler) und Nekromanten, zu denen die Hauptfigur, Dante Valentine, gehört. Diese magisch begabten Menschen haben einen Außenseiterstatus. Obwohl ihre Dienste häufig und gerne in Anspruch genommen werden, haben viele eine abergläubische Angst vor ihnen. Sie sind gezwungen, sich durch Tätowierungen und Anderes zu kennzeichnen und offenbar ist das Interesse an ihren Rechten deutlich weniger ausgeprägt als das an denen gewöhnlicher Sterblicher.

Dante musste das während ihrer Kindheit schmerzhaft erfahren – Erfahrungen die sie immer noch prägen und es ihr schwer machen, Beziehungen mit anderen einzugehen.

Ihre Welt erinnert stark an unsere, aber mit teilweise anderer, weiter fortgeschrittener Technologie, einer leicht alternativen Geschichte und einer dystopischen Atmosphäre, wobei letzteres daran liegen kann, dass Dante meist entweder mit den weniger privilegierten Menschen oder aber mit mächtigen Verbrecherkartellen zu tun hat.

Die Mischung von Magie und Technologie, von mystischen Fähigkeiten und ihrer Einbindung ins Alltagsleben (z.B. bezieht Dante einen Teil ihres Einkommens daraus, Tote zurückzuholen, um Erbschaftsfragen zu klären) ist interessant und gut gelungen.

Als Iblis Luzifer Dante über den Dämon Japhrimel in die Hölle holt, ruft sein Auftrag weitere traumatische Erinnerungen wach (ja, Dante hat ziemlich viele davon): Es geht darum, dem Dämon Vardimal ein mysteriöses Artefakt abzunehmen, dass dieser Luzifer gestohlen hat. Und Vardimal ist mit den Serienmörder identisch, der auch Dantes Freundin Doreen auf den Gewissen hat.

Zusammen mit Japhrimel, den Luzifer durch ein magisches Band mit Dante verbindet und zwei Freunden folgt sie der Spur Vardimals nach Nuevo Rio, wo ihr schließlich nichts anderes übrig bleibt, als mit einem weiteren alten Bekannten zusammenzuarbeiten: Jace, einem Ex-Mafioso, der sie eines Tages ohne ein Wort verlassen hat.

Und bald muss Dante sich fragen, ob bei ihrem Auftrag wirklich alles ist, wie es scheint. Es gibt eine ziemlich interessante Enthüllung über Vardimal und Luzifer und auch Japhrimels Geschichte nimmt eine unerwartete Wendung.

Einiges, was im Buch geschieht ist leider ziemlich plötzlich und unglaubwürdig, aber trotzdem sind auch einige innovative Ideen dabei und am Ende zeigt sich auch, dass man sich keineswegs darauf verlassen kann, dass alle überleben.

Figuren

Im Laufe des Buches lernt man Dante, die Ich-Erzählerin, gut kennen. Sie hat schmerzhafte Erinnerungen und schwelende Wut im Überfluss, was vielleicht einer der Gründe dafür ist, wieso sie einen sehr verletzlichen Eindruck macht. Dante präsentiert sich der Welt stolz und abweisend, aber es gibt auch eine Szene, in der sie schließlich zusammenbricht. Obwohl stark, entschlossen und mit ziemlich bemerkenswerten Fähigkeiten ausgestattet, ist sie gleichzeitig eine sehr menschliche Hauptfigur.

Ihre Freunde, die Nekromantin Gabe und ihr Skinlin-Freund Eddie, bleiben eher skizzenhaft (Gabe sieht immer tadellos aus, Eddie ist meist schlecht gelaunt, beide stehen loyal zu Dante und das war es mehr oder weniger schon). Über Jace erfährt man etwas mehr, aber auch er erwacht als Figur nicht so richtig zum Leben.

Der einzige Charakter außer Dante, der sich wirklich entwickelt, ist Japhrimel, der mit der Zeit menschlicher wird und schließlich eine ganze Reihe tiefer, verzweifelter Emotionen zeigt.

Zwischen ihm, Dante und Jace entspinnt sich die gefühlt unvermeidliche Dreiecksgeschichte, aber sie tritt so gut wie nie nervtötend in den Vordergrund. Außerdem wird Japhrimel nicht so klischeehaft geschildert, wie es der Klappentext erwarten lässt.

Stil

Der Schreibstil ist stark an Dantes Denk- und Sprechweise angelehnt. Die Informationen über die Welt sind geschickt eingeflochten. Trotzdem ist der Stil, obwohl nicht so schlecht, dass es das Lesen merklich beeinträchtigen würde, auch nicht herausragend.

Spannend und actionreich liest sich das Buch sehr schnell und leicht.

Fazit

Ein interessanter Weltentwurf (der größte Pluspunkt des Buches), eine Hauptfigur, mit der man mitleidet und eine Menge Action – innovative Urban Fantasy, die vielleicht nicht zu hundert Prozent zufriedenstellt, aber doch unterhält und Potenzial zeigt. Trotzdem habe ich nicht das Bedürfnis, die Folgebände zu lesen.

Englischer Originaltitel: „Working for the Devil“, übersetzt von Katrin Mrugalla und Richard Betzenbichler

  • Taschenbuch: 432 Seiten
  • Verlag: Egmont LYX; Auflage: 2 (6. Oktober 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-13: 978-3802581755

Das Buch ist anscheinend nur noch gebraucht erhältlich (Amazon: 0,49 bis 4,10 Euro)

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