Wenn die Oberfläche zählt: Gelungene Buchcover

Ich habe viel darüber geschrieben, was sich alles Schönes zwischen zwei (virtuellen) Buchdeckeln finden lässt, aber welche Buchdeckel das sind, kann von einer ganzen Reihe Faktoren abhängen. Erwähnungen in Blogs, Artikeln oder Rezensionen sind einer. Ein weiterer ist das Cover. Wie oft habe ich mich schon ausgiebig über gute Bücher ereifert, denen ihr Cover mehr oder weniger zufällig zugeteilt schien (oh, guck mal, dieses Cover ist zu gut zum Wegwerfen – haben wir nicht irgendwo noch ein Manuskript herumliegen…)? Und wie oft ist das Gegenteil eingetreten,das mich ein Titelbild auf Anhieb so in seinen Bann gezogen hat, dass ich mir kaum die Zeit genommen habe, den Klappentext zu lesen, bevor ich damit zur Kasse gesprintet bin, um meinen guten Vorsätzen davonzulaufen, meine Bücherkäufe auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

Ich möchte in diesem Post einige dieser Cover vorstellen. Cover, denen man anmerkt, dass der Illustrator/ die Illustratorin genau wusste, für welches Buch sie designten.

The+House+of+Shattered+Wings

  1. Aliette de Bodard: The House of Shattered Wings

“The House of Shattered Wings” ist ein Buch, das sich dem erwarteten, geschlossenen Handlungsverlauf verweigert und mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Vor allem aber ist es ein ungeheuer atmosphärischer Roman, der in einem alternativen, von gefallenen Engeln beherrschten und einem kaum erklärten Krieg verwüsteten Paris spielt. Im Zentrum steht das „House Silverspires“, das seit dem Verschwinden seines charismatischen Gründers im Abstieg begriffen ist. Der Sitz des Hauses spiegelt dies nur zu gut wieder: Ein ausgedehnter Komplex gotischer Gebäude, die in düster-schönem Zerfall begriffen sind. Es ist dem Cover-Designer gelungen, die Atmosphäre und Rätselhaftigkeit des Buches einzufangen und ein geradezu magisches Bild zu schaffen.

Rezension zu „The House of Shattered Wings“

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  1. Valerian Caithoque: Aschamdon

„Aschamdon“ ist ein aufwändig gestalteter und illustrierter Hardcoverband, der mit seinen beinahe zwei Kilo alles andere als gute Reiselektüre ist. Aber genau das macht seinen Reiz aus, immerhin sieht das Buch mit seinen künstlich gealterten Seiten, handgeschriebenen Notizen, Illustrationen (häufig von bedeutungsvoll aussehenden Symbolen) und eben auch seinem beträchtlichen Gewicht und Kunstlederrücken genauso aus und fühlt sich genauso an, wie ich mir als Kind Zauberbücher vorgestellt habe. Was mich aber vor allem überzeugt hat, ist das Zusammenspiel von Text und Illustration. Teilweise ersetzen die Illustrationen aufwändige Erklärungen, aber beeinträchtigen zu keinem Zeitpunkt die Fähigkeit des Lesers, sich sein eigenes Bild von den Figuren und Orten zu machen. Hier ein kurzes Durchblätter-Video:

Rezension zu „Aschamdon“

Grim+-+Das+Erbe+des+Lichts

  1. Gesa Schwartz: Grim – das Erbe des Lichts

Obwohl es der zweite Band einer Trilogie ist, war „Das Erbe des Licht“ mein Einstieg in das Grim-Universum. Warum? Wegen des Einbandes. Das dunkelblaue Farbschema, die schnörkelige Schrift, der Mond… all dies passt perfekt zu der schwarzromantischen Atmosphäre des Buches (romantisch wie in „Literaturepoche Romantik“, siehe E.T.A. Hoffmann, Novalis, Poe,…). Und es ist auch ein gutes Beispiel für die gelungene Abbildung einer Hauptfigur. Weniger, weil ich mir Grim äußerlich exakt so vorstellen würde, wie er auf dem Cover aussieht (allerdings bleiben der Fantasie des Lesers durch den geschickten Einsatz von Schatten und langem Haar auch hier lobenswert viele Freiräume), sondern vielmehr, weil seine Haltung (stolz, aber auch einsam) für mich so sehr mit der Figur übereinstimmt, die im Buch gezeichnet wird. Mantel und Flügel sind auch ziemlich gut gelungen.

(Der Fairness halber steht hier der Link zu dem Post, der mich zu diesem Artikel inspiriert hat – dort findet ihr noch mehr schöne Cover. Es ist auch interessant zu sehen, welche Vorlieben andere Leser haben).

 

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