Valerian Caithoque: Aschamdon (Amizaras-Chronik, Buch 1)

Klappentext51Aty3Db4qL._SX348_BO1,204,203,200_

Rafaela jagt dem Geheimnis des ewigen Lebens nach. Atila glaubt, den Schlüssel für grenzenlosen Reichtum und Ruhm in den Händen zu halten.

Sie folgen einer rätselhaften Spur, die sie durch die Epochen der Menschheitsgeschichte führt. Doch bevor sie das mehr als 40.000 Jahre alte Geheimnis lüften können, geraten sie zwischen die Fronten eines Krieges, den die übermenschlichen Ariach seit Äonen austragen.

Inhalt

In „Aschamdon“ wechseln sich zwei Erzählstränge ab. Einer spielt in der Mitte des 20. Jhd. Er folgt etwa zwanzig Jahre lang der Geschichte Rafaelas, die seit ihrer Kindheit Ariach sehen kann – übermenschliche Wesen, die seit Jahrtausenden die Menschen für ihre Zwecke einspannen. Genau genommen zahllose Religionen und Geheimbünde, welche verschiedenen verfeindeten Fraktionen unter den Ariach dienen: Es gibt unter anderem die Daevas, die Archonten und die Kadischim. Doch    auch innerhalb der Fraktionen verfolgt jeder Ariach seine ganz eigenen Ziele und ist natürlich wenig geneigt, seine wahren Absichten mit den Menschen zu teilen, die ihm dabei behilflich sind.

Rafaela geht mehr oder weniger gezwungenermaßen einen Pakt mit dem Archonten Aschamdon ein, für den sie einen Orden fanatischer Kadischim-Jünger. den Sarastro-Orden, infiltriert. Sie ist auf der Suche nach einer Formel, die es Menschen erlaubt, den Ariach Energie zu entziehen, um so unsterblich zu werden. Zwar machen die Ariach Menschen seit Jahrtausenden mit dem Versprechen auf Unsterblichkeit gefügig und können ihnen diese auch gewähren, indem sie sie in die flügelartigen Ströme auf ihren Rücken eintauchen lassen, aber diese Unsterblichkeit hat einen entsetzlichen Preis.

Schließlich findet sie die Formel und als nächstes verschlägt es sie zu dem Orden der Tharoniter, welche den Archonten Abaddon verehren und wie der Sarastro-Orden auf das Kommen der geheimnisvollen Ariach Azrahel warten. Und dann gibt es noch Amizaras, eine sonderbare Prometheus-Gestalt, die je nach Überlieferung Abbaddon dient oder ihn verraten hat und eigene undurchschaubare Pläne mit Azrahel verfolgt…

Fast vier Jahrzehnte später wird auch der zwielichtige Antiquitätenhändler Atila in die Auseinandersetzungen der Ariach hineingezogen. Er stößt auf mysteriöse Artefakte, hat eine leidenschaftliche Affäre mit der Sarastro-Agentin Liya, welche jedoch bald spurlos verschwindet. Ehe er es sich versieht ist er mit einer ihrer Kräfte beraubten Azrahel und einer Gruppe unfreiwilliger Gefährten unterwegs.

Die Geschichte um die Ariach liefert eine originelle eigene Interpretation des Engelsmythos und mit seinen unzähligen Bezügen auf Symbole, Geheimbünde und Verschwörungen in der Menschheitsgeschichte stellt Caithoque Dan Browns Thriller weit in den Schatten. Leider ist es auf Dauer ein wenig unbefriedigend, dass meist immer nur neue Fragen aufgeworfen werden. Zwar herrscht eine gewisse, durchgängige Spannung, aber am Ende des Buches weiß man immer noch nicht so richtig, worauf eigentlich alles hinauslaufen soll.

Figuren

„Aschamdon“ wartet mit einem interessanten Ensemble unwahrscheinlicher Helden auf. Rafaela ist eine intelligente und entschlossene, aber recht normale Frau, die mit einer traumatischen Jugend und undurchsichtigen Verschwörungen konfrontiert ist. Ihre Loyalität zu ihren Geschwistern macht sie erpressbar. Bei den verschiedenen Orden begegnet sie zahlreichen sonderbaren Gestalten, die beinahe ausnahmslos mächtig und mit verborgenen Absichten ausgestattet sind und ihre Ziele mit absoluter Hingabe verfolgen. Aschamdon, mit dem sie unfreiwillig einen Pakt eingeht, ist ein typischer Archont: Er ist überheblich, rücksichtslos, hat keinerlei Respekt vor Menschen und macht sich nicht die Mühe, dies zu verhehlen. Andererseits ist er auf eine beunruhigende Art und Weise überzeugend.

Atila begreift lange nicht, in was für eine Welt er da hineingeschlittert ist und denkt immer nur an seine Sicherheit und seinen Profit. Erst seine aufrichtige Zuneigung zu Liya macht ihn etwas sympathischer.

Der Ex-Elitesoldat Cornelius, vor dessen Tür Azrahel von Sarathoas, einem Daeva-Ariach und Gegenspieler Aschamdons, abgeladen wurde, verhält sich ein wenig unlogisch, wenn er die Existenz der Ariach leugnet, gleichzeitig aber die haarsträubende Geschichte glaubt, die man ihm über Azrahel erzählt hat. Dafür aber bringt sein ständiger Hickhack mit Atila etwas Comic Relief in die Geschichte.

Stil

Das Buch ist in der dritten Person abwechselnd aus der Perspektive Rafaelas und Atilas geschrieben.  Der Stil erlaubt eine schnelle, mühelose Lektüre, ist aber nicht herausragend. Gelungen sind die natürlich wirkenden Dialoge und die Verknüpfung real existierender Orte und Fakten mit fiktiven Elementen.

Gestaltung

„Aschamdon“ ist ein aufwendig gestaltetes Hardcover-Buch, das sich aufgrund seines beträchtlichen Gewichts nicht als Reiselektüre anbietet. Die Seiten sind leicht grau eingefärbt und mit künstlichen Gebrauchsspuren und handschriftlichen Kommentaren eines fiktiven Verfassers bedruckt worden.

In dem Roman geht es viel um Symbole und historische Artefakte, welche in den kunstvollen Illustrationen dargestellt werden. Sie tragen nicht nur zu der stilvollen Gestaltung der Ausgabe bei, sondern helfen dem Leser auch, sich Zeichen und Gegenstände vorzustellen, deren Beschreibung sonst in ihrer Länge und Umständlichkeit den Erzählfluss aufgehalten hätte. Illustrationen und Erzähltext greifen auf ausgezeichnete Weise ineinander. Viele der Illustrationen beruhen auf berühmten Kunstwerken. Da es aber keine Zeichnungen der Romanfiguren gibt, werden der Fantasie des Lesers trotz der zahlreichen Bilder reichlich Freiheiten gewährt.

Fazit

Die kunstvolle Gestaltung der Ausgabe weckt hohe Erwartungen, denen der Text von „Aschamdon“ nicht zur Gänze entsprechen kann. Trotzdem handelt es sich im originelle, gut recherchierte Urban-Fantasy mit einem eigenen, komplexen Weltentwurf und der innovativen Re-Interpretation verschiedener Mythen. Die Gestaltung, aber auch die Harmonie von Inhalt und Illustration, sind sehr gut gelungen. Vielleicht hätte das Buch besser werden können, wenn die Anzahl der Akteure und Fraktionen reduziert und die Antworten auf die unzähligen Fragen, die man sich als Leser stellt, nicht so herausgezögert worden wären.

Verlag: Amizaras Ed.;

Auflage: 2. (1. Januar 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3981442105

ISBN-13: 978-3981442106

 

Advertisements

Ein Gedanke zu „Valerian Caithoque: Aschamdon (Amizaras-Chronik, Buch 1)“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s