Sarah J. Maas: Throne of Glass

KlappentextThrone+of+Glass

Meet Celaena Sardothien. Beautiful. Deadly. Destined for Greatness.

In the dark, filthy salt mines of Endovier, an eighteen-year-old girl is serving a life sentence. She is a trained assassin, the best of her kind, but she made a fatal mistake. She got caught.

Young Captain Westfall offers her a deal: her freedom in return for one huge sacrifice. Celaena must represent the prince in a to-the-death tournament – fighting the most gifted thieves and assassins in the land. Live or die, Celaena will be free. Win or lose, she is about to discover her true destiny. But will her assassin’s heart be melted?

Inhalt

Als Kronprinz Dorian ihr die Chance bietet, dem sicheren Tod in Endovier zu entkommen, bleibt Celaena nichts anderes übrig, als zuzustimmen: Sie vertritt den Prinzen in einem Turnier, welches sein Vater veranstaltet, um den königlichen Champion zu ermitteln – eine euphemistische Bezeichnung für den persönlichen Attentäter des Königs.

So kommt sie in den Palast und muss sich dort einer Reihe von Tests stellen, in denen auf brutale Weise ein Anwärter nach dem anderen aussortiert wird. Aber offenbar hat es noch etwas anderes auf die potenziellen Champions abgesehen, dann nur allzu oft werden Konkurrenten Calaenas tot aufgefunden – getötet von etwas, das definitiv kein Mensch ist.

Zwischen den einzelnen Tests hat Calaena viel Zeit. Zeit zum Lesen, Zeit zum Trainieren, zum Kleider anprobieren und nicht zuletzt Zeit Prinz Dorian und dessen bestem Freund Chaol Westfall näherzukommen. Alle drei sind gleichermaßen machtlos, was die rücksichtslose Eroberungspolitik des Königs betrifft, von welchem sich Dorian nicht stärker unterscheiden könnte.

Schließlich muss Celaena feststellen, dass es im Schloss mehr alte Geheimnisse gibt, als sie es sich je hätte träumen lassen, und dass bei dem Turnier des Königs mehr auf dem Spiel steht als ihre Freiheit.

Maas hat mit ihrer Handlung alles richtig gemacht: Eine ebenso attraktive wie tödliche Hauptfigur mit einer geheimnisvollen, traumatischen Vergangenheit, über die nur Andeutungen fallen. Ein Kampf auf Leben und Tod. Rauschende Feste, Intrigen und eine Dreiecksgeschichte. Uralte Geheimnisse und Magie. Aber vielleicht liegt es gerade daran, dass man beim Lesen teilweise die Hand der Autorin zu erahnen glaubt, die die Figuren in Position schiebt, so dass das Buch dieser Erfolgsformel entsprechen kann.

Obwohl die Handlung oft mit Überraschungen aufwartet, sind viele Dinge genauso, wie man sie erwarten würde: Der böse König ist ein verabscheuungswürdiger Tyrann, Dorian und Chaol beide ehrenwert, die Frauen bei Hof oberflächliche, ehrgeizige Modepuppen…

In das Worldbuilding sind einige originelle Ideen eingeflochten und es gibt Andeutungen, dass man im nächsten Buch mehr erfahren wird, aber noch erwacht die Welt jenseits des Palastes nicht wirklich zum Leben.

Und es gibt auch einige eher unwahrscheinliche Wendungen, zum Beispiel Calaenas zufälligerweise müheloser Zugang zu den Geheimgängen unter dem Schloss oder die verblüffende Naivität Dorians und Chaols, was den König und seine Herrschaftsweise betrifft.

Trotzdem ist die Handlung spannend und unterhaltsam und mit einigen guten Ideen angereichert, die in den Folgebänden – „Crown of Midnight“ und „Heir of Fire“ („Queen of Shadows“ habe ich noch nicht gelesen) – weiterverfolgt und ausgebaut werden. Während viele Serien nach einem sehr überzeugenden ersten Teil eher schwache Folgebände liefern, finde ich, dass Maas ihr Niveau hält/ hebt.

Figuren

Ein angenehmer Aspekt Celaenas ist ihr Selbstbewusstsein. Sie muss nicht erst von diversen Verehrern davon überzeugt werden, dass sie außergewöhnlich ist. Ihr Verhalten und Denken springt auf sonderbare Weise zwischen „gnadenlose Attentäterin“ und „lebhaftes Mädchen“ hin und her, aber das ist sogar relativ glaubwürdig, da sie wahrscheinlich versucht, ihre unangenehmen Erinnerungen zu verdrängen und um ein wenig Normalität in ihrem Leben ringt. Tatsächlich ist ihre Entschlossenheit, die sich von niemandem ihre Lebensfreude und Unabhängigkeit nehmen zu lassen, bewundernswert.

Trotzdem merkt man ihr gelegentlich etwas zu wenig von der Reife an, die man bei jemandem mit ihren Erfahrungen vermuten würde. Was nicht heißt, dass sie leicht an ihren Erinnerungen trägt.

Celaenas Fähigkeiten und Biographie (soweit man etwas über diese erfährt) wirken überzeichnet, aber das passt gut in den Roman. Vorlieben für Bücher, Süßigkeiten und darüber, sich über Kleinigkeiten aufzuregen, machen sie menschlich.

Es ist ein wenig schade, dass man nicht erfährt, wieso Prinz Dorian nicht den Weg des geringsten Widerstands gegangen ist und Vorstellungen entwickelt hat, die völlig konträr zu den Überzeugungen seiner Eltern sind. Es ist nicht direkt unglaubwürdig, aber es wäre interessant gewesen, zu erfahren, wann und wie er begonnen hat, sich innerlich von seiner Umgebung zu distanzieren. Obwohl er es unter glattem Charme und Arroganz versteckt, hat er die Anlagen zu einem aufrechten, prinzipientreuen König und fordert seinen Vater immer wieder heraus.

Auch Chaol Westfall hat sich gegen seine Familie gestellt, um an der Seite seines Freundes Dorian bleiben zu können und bekleidet seine Stellung mit Ehrgefühl und Verantwortungsbewusstsein. Allerdings ist er, genau wie Dorian, sonderbar uninformiert über die Zustände im Reich und die wahre Natur des Königs.

Die Gegenspieler des Trios sind allesamt gleichermaßen unsympathisch. Die einzige Figur, bei der man zeitweise nicht sicher ist, welcher Seite man sie zuordnen soll, ist die kluge, eigenwillige Nehemia, die Prinzessin eines eroberten Landes, die halb als Geisel, halb als Botschafterin am Königshof ist und bald zu einer engen Freundin Celaenas wird – ihr aber auch Grund gibt, ihr zu misstrauen.

Stil

Der Stil ist eher einfach gehalten, gut lesbar, erzeugt Spannung und ist reich an Beschreibungen, ohne den Lesefluss zu hemmen. Die Gedankengänge der Figuren sind nachvollziehbar geschildert und man hat schnell das Gefühl, sie gut zu kennen und sorgt sich um sie.

Fazit

„Throne of Glass“ verbindet viele Aspekte, die es erwiesenermaßen selten versäumen, einen Leser in ihren Bann zu ziehen (eine Dreiecksgeschichte, die bis zum Ende in der Schwebe bleibt; opulentes Hofleben, das Intrigen und brutale Unterdrückung verschleiert; einen dramatischen Wettbewerb mit hohem Einsatz; mysteriöse Morde und eine sehr reale Bedrohung sowie geschickt eingestreute Andeutungen über vergangene und kommende Ereignisse, die wirklich Interesse wecken). Auf mich wirkte das alles ist ein bisschen zu stromlinienförmig, glatt und glänzend, die eben genannten Dinge scheinen der Geschichte von außen hinzugefügt zu sein, statt aus ihr selbst zu erwachsen – was aber nichts daran ändert, dass „Throne of Glass“ mühelose, unterhaltsame Lektüre ist.

„Throne of Glass“ ist auf Deutsch als „Throne of Glass – die Erwählte“ erschienen, übersetzt von Ilse Layer

Bloomsbury Publishing, August 2012

Imprint:Bloomsbury Childrens

ISBN:9781408832349

Sprache:Englisch

7,25 Euro bei Kobo

Crown of Midnight (Bd. 2)

Heir of Fire (Bd. 3)

Queen of Shadows (Bd. 4)

Empire of Storms (Bd. 5)

Advertisements

5 Kommentare zu “Sarah J. Maas: Throne of Glass”

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s