Eindrücke von der Frankfurter Buchmesse

Gestern Abend bin ich von der Frankfurter Buchmesse zurückgekommen und habe eine Vielzahl von Eindrücken mitgenommen.
Ich staune immer wieder, wie sehr sich die Frankfurter Buchmesse von der Leipziger Buchmesse unterscheidet. Zum einen ist sie primär eine Messe für Fachbesucher, die ihre Tore erst am dritten Tag für die Leser öffnet und auf der erst am vierten Bücher verkauft werden. Und da auch keine Comic-Con angeschlossen ist, sind leider auch weniger bunte Cosplayer unterwegs, obwohl ich auch hier einige beeindruckende Exemplare gesehen habe. Insgesamt scheinen die Sphären von Autoren, Verlegern, Presseleuten und Fans stark voneinander abgegrenzt zu sein. Leider gibt es zwar Meet-&-Greets und Signierstunden, aber nur wenige Lesungen und ich persönlich höre Autoren lieber aus ihren Büchern vorlesen und über sich und ihre Werke sprechen, als ihnen dabei zuzusehen, wie sie Wellenlinien in Bücher malen.

Trotzdem kann ich mich nicht beschweren, immerhin habe ich gestern bei einem solchen Meet-&-Greet zum ersten Mal ein paar Worte mit Gesa Schwartz wechseln können. Es ist irgendwie überraschend, Schriftsteller aus nächster Nähe zu erleben und festzustellen, wie real sie sind (was eine interessante Frage aufwirft: Falls es mir gelingt ein Buch zu veröffentlichen – werde ich dann einen anderen Blick auf meine eigene Realität entwickeln?).

Und natürlich wartet auch die Frankfurter Buchmesse mit dem großen Pluspunkt aller Buchmessen auf: Dem Wissen, dass man von Leuten umgeben ist, die Bücher ebenso lieben wie man selbst. Ich habe bei mehreren Gelegenheiten spontan andere Besucher angesprochen und bin schnell mit ihnen ins Gespräch gekommen. Wir hatten dieselben Bücher gelesen und konnten über die Figuren diskutieren, konnten sie ihren Autoren zuordnen und uns gemeinsam darüber aufregen, dass deutsche Verlage in der Übersetzung dicke Bücher allzu oft in zwei Teile splitten (ein Paradebeispiel sind die beiden bisher erschienenen „Stormlight Archives“-Romane von Brandon Sanderson, die in Deutschland als vier sehr schöne Hardcover-Romane erschienen sind, die zwar eine echte Augenweide sind, aber leider auch ziemlich teuer).

Ebenso faszinierend wie die Gespräche mit anderen Lesern war auch, einen Einblick in die Vielfalt von Büchern und Verlagen, aber auch von Berufsgebieten zu bekommen, die irgendwie mit Büchern zusammenhängen. Ich habe, wie zu erwarten, Autoren und Illustratoren, Lektoren und Buchrezensenten gesehen, aber sie machen nur einen Bruchteil derjenigen aus, die sich in der einen oder anderen Form mit Büchern beschäftigen. Eine Begegnung die ich ziemlich interessant fand, war zum Beispiel die mit Ulli Ramps, der das zusammen mit dem Autor und Programmierer Andreas Eschbach entwickelte Programm „Papyrus“ vorgestellt hat, ein Textverarbeitungsprogramm extra für Schriftsteller, das zum Beispiel Schachtelsätze und Wiederholungen ausfindig macht.

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