Brandon Sanderson: The Alloy of Law (Mistborn, Buch 4)

KlappentextThe+Alloy+of+Law

In a world recovering only slowly from evil, a world where allomancers wield immense power through their ability to unleash the magic bound up in common metals someone who can burn metals that no-one has burned before can tip the balance…

Sanderson has the knack of giving the epic fantasy reader exactly what they want. This ability has thrown him to the forefront of the genre and the dramatic story within The Alloy of Law shows off this skill to its very best.

Handlung

„The Alloy of Law“ spielt Jahrhunderte nach den Ereignissen der Mistborn-Trilogie, welche jedoch ihren Eingang in Überlieferungen und Mythologie gefunden haben und die Grundlage für viele wichtige Aspekte der Geschichte bilden.

In ihrem Zentrum steht Waxillium Landrian. Er ist ein „Lawkeeper“, also einer derjenigen die im Stil der Sherriffs in Western das Gesetz in den Siedlungen am Rand der Zivilisation aufrechterhalten. Nachdem er bereits im Prolog einen tragischen Verlust erleidet, kehrt er in die Stadt Elendel zurück, um dort sein Erbe als Oberhaupt einer Adelsfamilie anzutreten.

Allerdings wecken eine Serie mysteriöser Diebstähle und Entführungen, hinter denen sich ein größerer Plan zu verbergen scheint, sein Interesse und ehe er es sich versieht, ist er in die Ermittlungen verwickelt und steht einem Feind aus seiner Vergangenheit gegenüber.

Ihm zur Seite stehen sein alter Kollege Wayne und die angehende Juristin Marasi, beides starke Persönlichkeiten mit ungewöhnliche Fähigkeiten.

Weltentwurf

Seit „Mistborn“ hat sich einiges verändert. Aus dem „Final Empire“ ist Scadrial geworden, ein industrialisiertes Land, das ein wenig an das Nordamerika des späten 19. Jahrhunderts erinnert. Technische und gesellschaftliche Neuerungen schaffen gleichzeitig Aufbruchsstimmung und Konfliktpotential.

Es ist faszinierend zu lesen, wie sich die Ereignisse und religiösen Vorstellungen aus der Zeit von „Mistborn“ im kollektiven Gedächtnis gewandelt haben. „The Alloy of Law“ knüpft damit auch an Gedanken aus der ersten Trilogie an, in der die Macht und Zuverlässigkeit von religiöser Überlieferung eine wichtige Rolle spielen.

Die Magie in der „Mistborn“-Welt ist nach wie vor faszinierend. Tatsächlich erfährt das System auch einige Erweiterungen und Transformationen, so liegt jetzt zum Beispiel ein stärkerer Fokus auf der Kunst der „Ferruchemy“, die es einem erlaubt, Eigenschaften in Metallen zu speichern und später wieder auf sie zurückzugreifen.

Anstatt dass Figuren durch schwammig definierte magische Kräfte praktisch allmächtig werden, haben sie alle klar definierte Fähigkeiten mit transparenten Regeln. Und wenn sie etwas wirklich Episches tun – was häufig der Fall ist – ist es umso beeindruckender, weil es ihnen eher durch Kreativität und Geschick gelungen ist, als durch bloße Stärke. Sanderson ist es auch gelungen, die Stärke seiner Figuren geschickt auszubalancieren und Magie und Technik – vor allem die allgegenwärtigen Schusswaffen – zu einem harmonischen Ganzen zu verbinden.

Figuren

Auch die Figuren von „The Alloy of Law“ überzeugen. Angenehmerweise weicht Waxillium vom typischen Schema des jungen Helden ab. Er ist ein Mann Mitte vierzig, der bereits auf viele Jahre teilweise sehr schmerzhafter Erfahrungen zurückblickt und sich anfangs nur schwer wieder in Elendel einfügt. Er ist klug, prinzipientreu und tatkräftig, aber auch eine Figur mit Zweifeln, Fehlern und Fehlentscheidungen. Klugerweise schildert Sanderson ihn nicht nur im Kampf gegen den Hauptantagonisten des Buches, sondern beschreibt ihn auch während seiner ersten Tage in Elendel, in denen er über sein Leben und sein Verhältnis zu seiner weitgehend von ihm entfremdeten Familie nachdenkt, was dem hochintelligenten, mit spektakulären Fähigkeiten ausgestatteten Ermittler auch eine zutiefst sympathische, menschliche Seite gibt.

Sein Freund Wayne erhält leider nicht ganz so viel Tiefe, aber ist trotzdem eine herausstechende Figur. Loyal, unterhaltsam, aufmerksam und mit einer ausgezeichneten Beobachtungsgabe und manipulativen Fähigkeiten ausgestattet, ist er genau der Freund, den Waxillium an seiner Seite braucht.

An Marasi hingegen gibt es nur auszusetzen, dass sie am Anfang vielleicht mit ein wenig Statistiken zu viel um sich wirft. Im Gegensatz zu Waxillium und Wayne hat sie bisher keine Berührung mit den Verbrechen gehabt, deren Erforschung sie so brennend interessiert, aber sie wird rasch zu einer wertvollen Verbündeten. Wie Wayne und Waxillium ist sie eine scharfe Beobachterin, der allerdings andere Dinge auffallen und äußert einige sehr interessante Gedanken.

Ein sehr angenehmer Aspekt ist auch, dass sie zwischen den Erwartungen, die an eine Frau der Gesellschaft Elendels und denen, die an einen der „Lawkeeper“, die sie so bewundert, gestellt werden, ihren eigenen Weg geht.

Ab etwa der Mitte des Buches wird auch der Gegenspieler des Trios zum Point-of-View-Charakter, einer trotz aller Extreme differenziert und einprägsam gezeichneten Figur.

Stil

Sandersons Stil ist temporeich, aber die Entwicklung der Figuren und ihrer Beziehungen wird behutsam vorangetrieben. Es gelingt dem Autor, eindrucksvolle Bilder heraufzubeschwören und Gedanken, die über die primäre Geschichte hinausgehen, geschickt in diese einfließen zu lassen. Auch die Dialoge sind gut gelungen.

Fazit

Ein faszinierender Weltentwurf, außergewöhnliche und sympathische Charaktere und ein Stil, von dem sich der Leser gerne durch die Geschichte tragen lässt – „The Alloy of Law“ ist vielleicht völlig anders, aber genau so innovativ und unterhaltsam wie „Mistborn“.

Anmerkung

Es empfiehlt sich sehr, beim Lesen der „Mistborn“-Reihe die Chronologie einzuhalten: 1. Mistborn 2. The Well of Ascension 3. The Hero of Ages 4. The Allow of Law (der 5. Teil, Shadows of Self, erscheint demnächst). Allerdings kann man “The Alloy of Law” auch dann problemlos lesen, wenn man die Lektüre von “The Hero of Ages” – wie bei mir – schon eine Weile zurückliegt, es reicht, sich an die Schlüsselereignisse zu erinnern.

Orion, November 2011

Imprint: Gollancz

ISBN: 978057510584

7,99 Euro bei Kobo

Das Buch ist als „Jäger der Macht – Die Nebelgeborenen, Teil 4“ bei Heyne erschienen. Übersetzer: Michael Siefener.

Rezension zu „Shadows of Self“ (Bd. 5)

Rezension zu „The Bands of Mourning“ (Bd. 6)

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2 Kommentare zu “Brandon Sanderson: The Alloy of Law (Mistborn, Buch 4)”

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