Kendare Blake: Anna Dressed in Blood

KlappentextAnna+Dressed+in+Blood

Cas Lowood is no ordinary guy – he hunts dead people.

People like Anna. Anna Dressed in Blood. A beautiful, murderous ghost entangled in curses and rage. Cas knows he must destroy her, bnut as her tragic past is revealed, he starts to understand why Anna has killed everyone who’s ever dared to enter her spooky home.

Everyone, that is, except Cas…

Just your average boy-meets-girl, girl-kills-people story.

Handlung

Cas ist, obwohl er gerade erst sechzehn ist, ein kompetenter Geisterjäger, der von seinem von einem mysteriösen Geist getöteten Vater nicht nur eine magische Klinge sondern auch eine schwere Verantwortung geerbt hat. Zusammen mit seiner Mutter, einer weißen Hexe, zieht er von Stadt zu Stadt und tötet Geister. Das geschieht keineswegs in einem sauberen Exorzismus, sondern in blutigen Kämpfen. Denn Blakes Geister sind keine ätherischen Gestalten, sondern materialisieren sich immer dann, wenn es gilt, sich an völlig Unbeteiligten für ihren Tod zu rächen.

Noch bevor er ihr zum ersten Mal begegnet weiß Cas, dass Anna Dressed in Blood nicht wie die anderen Geister ist, mit denen er es bisher zu tun hatte. Seit sie ermordet wurde, sucht sie ihr ehemaliges Haus heim und reißt alle in Stücke, die sich hineinwagen – mit Ausnahme von Cas, der plötzlich verwirrt ist: Handelt es sich bei Anna um einen Geist, der vernichtet werden muss, oder vielmehr ein Opfer… oder doch mehr als das. Allmählich formt sich zwischen dein beiden – dem Geisterjäger, der nie wirklich Teil irgendeiner Gemeinschaft werden konnte und dem Geist eines Mädchens, das ermordet wurde, bevor sein Leben wirklich begonnen hat – eine zartes Band.

Bei seinem Versuch, die Wahrheit über Anna herauszufinden, stehen ihm der telepathisch begabte Außenseiter und angehende Voodoo-Zauberer Thomas und die High-School-Queen Carmel zur Seite (zusammen formen sie das klassische Trio aus dem Außerwählten und seinen zwei Schulfreunden).

Gerade, als Anna sich als Bedrohung abzunutzen beginnt, rettet ein Plot-Twist die Spannungskurve.

Blake hat sich durch Setting und Thema der Geschichte – ein Highschool-Schüler/Monsterjäger geht Geistergeschichten nach – dem großen Risiko ausgesetzt, ihr Buch in einer langen Reihe ganz ähnlicher Geschichten verschwinden zu lassen, aber aus verschiedenen Gründen ist das nicht der Fall. Zum einen beschwört sie geschickt die Atmosphäre einer guten Pyjamaparty-Gruselgeschichte herauf, zum anderen wird bereits früh im Buch klar, dass die Risiken, denen die Protagonisten ausgesetzt sind, real sind. Auch schafft sie ihre eigene, stimmige Interpretation von Geistern und Voodoozauber.

Figuren

Die Geschichte wird in der ersten Person aus Cas‘ Sicht erzählt und es gelingt Blake, ein lebhaftes, überzeugendes Bild seiner Persönlichkeit zu zeichnen. Einerseits ist Cas ein typischer Teenager, der in sarkastischem Ton von seinen Mitschülern erzählt und dem sein Geschick im Kampf gegen Geister hin und wieder zu Kopf steigt. Andererseits ist er durch seine Mission zu einer weit über sein Alter hinausgehenden Reife gezwungen und von allen normalen Menschen isoliert. Er betrachtet sie mit dem scharfen, gelegentlich melancholischen Blick des Außenseiters.

Glücklicherweise hat Blake der Versuchung wiederstanden, Carmel in ein Klischee zu verwandeln. Obwohl beliebt und darum bemüht, ihre Stellung zu wahren, ist Carmel auch loyal, mutig und ungewöhnlich reflektiert. Vielleicht ist es ein wenig unglaubwürdig, wie ein Mädchen, dass sich kurz zuvor in erster Linie damit beschäftigt war, Schulbälle und DVD-Abende zu organisieren, sich ohne zu zögern mit einem Baseball-Schläger auf einen Geist stürzt, aber andererseits wahrscheinlich auch nötig, um auszugleichen, dass sie das einzige Mitglied des Trios ist, dass keine übernatürlichen Kräfte hat.

Leider gleitet Blake bei der Beschreibung ihres Exfreundes Mike ins Klischee ab. Er und seine Freunde sind der Stereotyp des dummen, arroganten Baseballstars, der seine Probleme lieber mit Gewalt löst und immer seinen treuen Anhang dabei hat.

Und es ist auch ein wenig schade, dass das einzige, was Thomas von Klischee des schlecht angezogenen Mobbingopfers trennt, seine übernatürlichen Kräfte sind.

Anna dagegen wird geschickt eingeführt. Eindringlich schildert Cas seine erste Begegnung mit dem angsteinflößenden, ehrfurchtgebietenden Geist und wie er allmählich das Mädchen kennen lernt, das sich dahinter verbirgt.

Annas „tragic past“ ist nicht die glaubwürdigste aller Geschichten – was aber auch daran liegen könnte, dass der Leser nur einen winzigen Ausschnitt ihrer Vergangenheit sieht – aber nur dahingehend relevant, was sie für die Gegenwart bedeutet.

Stil

Es ist definitiv der Stil, der „Anna Dressed in Blood“ unter anderen YA-Büchern mit ähnlichen Themen hervorhebt. Cas‘ ist ein überzeugender, geistreicher Erzähler, sein Ton gut getroffen und durchgängig durchgehalten. Und gerade weil er tendenziell zu Skepsis und Untertreibung neigt, ist es besonders wirkungsvoll, wenn er das Unerklärliche und Unheimliche schildert. Orte und Figuren sind präzise und atmosphärisch gezeichnet und die Gegenüberstellung der scheinbar realen Welt und der Wahrheit, die sich dahinter verbirgt, gut gemacht. Die Autorin hat ein gutes Gespür dafür, was sie beschreiben und was der Fantasie des Lesers überlassen muss.

Fazit

„Anna Dressed in Blood“ mag sich vielleicht inhaltlich nicht außergewöhnlich von ähnlichen Büchern abheben, aber alle Aspekte der Handlung sind stimmig. Vor allem aber wartet das Buch mit durchgängiger Spannung und eindringlichen Bildern auf und schöpft das Potenzial seines Ich-Erzählers voll aus.

Auf Deutsch erschienen als: „Anna im blutroten Kleid“, übersetzt von Jürgen Langowski

Hachette Children’s Group, Juli 2012

Imprint: Orchard Books

ISBN:9781408319451

Sprache:Englisch

5, 49 Euro bei Kobo

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